Zweiter Tag im SREL-Prozess
Zeuge Juncker wundert sich über eigene Gedächtnislücken
Jean-Claude Juncker war am Mittwoch der Hauptprotagonist der zweiten Sitzung im sogenannten SREL-Prozess. In seiner mit Spannung erwarteten Zeugenaussage betonte der ehemalige Premier, sich nicht mehr an die Geschehnisse vor 13 Jahren erinnern zu können. Die drei Angeklagten erhielten indessen erstmals die Möglichkeit, sich vor der 12. Strafkammer des Bezirksgerichts Luxemburg zu den Vorwürfen zu äußern, die ihnen zur Last gelegt werden.
Hat Jean-Claude Juncker Ex-SREL-Chef Mille die Genehmigung erteilt, Mariotto abhören zu lassen? Konkret könne er sich nicht mehr an dieses Gespräch erinnern, so der ehemalige Premierminister. Er wolle es nicht ausschließen. Foto: Editpress/Alain Rischard
Unter großem öffentlichen Interesse wurde am zweiten Verhandlungstag des sogenannten SREL-Prozesses der ehemalige Staatsminister Jean-Claude Juncker als Zeuge gehört. Dabei stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob der frühere Premier im Januar 2007 die Abhöraktion des Luxemburger Geheimdienstes gegen den Geschäftsmann Loris Mariotto genehmigt hatte oder nicht. Der ehemalige Chef des „Service de renseignement de l'Etat“ (SREL) Marco Mille unterstrich erneut, dass dies der Fall gewesen sei. Jean-Claude Juncker hingegen betonte, dass er sich als politischer Verantwortlicher nicht mehr an dieses Gespräch erinnern könne.