Wodka und Medikamente im Unterricht
Wie verbreitet Drogen an Luxemburgs Schulen sind
Auf Betäubungsmitteln im Unterricht, dann in der Pause weitersaufen. Der Substanzenkonsum durch Sekundärschüler geht laut einigen betroffenen Jugendlichen weit über das hinaus, was die Erwachsenen mitbekommen – oder mitbekommen wollen.
Illustration: Editpress/Kim Kieffer
Noé ist 18, Schüler im „Classique“ und beginnt im September sein letztes Schuljahr. Er beschreibt sich selbst als Alkoholiker und drogensüchtig – genau wie zwei weitere Schüler und ein junger Abgänger, die für das Tageblatt befragt wurden. Ihre Namen werden im Artikel verändert oder nicht genannt, um ihre Identität zu schützen. Als Betroffene wollen sie die Öffentlichkeit über die unterschätzte Präsenz von Drogen an Luxemburgs Schulen aufklären. Denn die Konsequenzen für sie und ihre Mitschüler sind teilweise dramatisch.
„Was für Drogen genommen werden, hängt ziemlich von der Schule ab. Ich weiß, dass in der Stadt und in Mersch vor allem die ‚verfügbaren‘ Drogen konsumiert werden – also Alkohol und Cannabis. In Esch zusätzlich noch viel Ecstasy. Im Südosten des Landes, an der Grenze zu Deutschland, weiß ich, dass die Schulen da ein großes Benzo-Problem haben“, berichtet Noé. Als er eine Schule im Süden des Landes besucht hat, sei er dann auch mit Opioiden in Kontakt gekommen: zunächst auf House-Partys in Form von Tramadol und „Lean“. Letzteres ist ein Gemisch aus Codein-Hustensirup, Limonade und manchmal auch Bonbons, das besonders in der amerikanischen Hip-Hop-Subkultur beliebt ist.