Verfassungsexperte

Weitergabe der Info zum Dieschbourg-Dossier durch Tanson „sieht schon etwas komisch aus“

Dass das Dossier rund um die „Gaardenhaischen“-Affäre an das Parlament weitergeleitet wurde, erfuhr Justizministerin Sam Tanson („déi gréng“) vor den Abgeordneten – und ebenfalls vor der damaligen Umweltministerin Carole Dieschbourg („déi gréng“), um die es in der Sache geht. Das Ministerium entsprechend zu informieren, ist laut Justiz-Sprecher durchaus üblich. Ob das aber auch zutrifft auf die Tatsache, dass Tanson dann wiederum ihre Parteifreundin Dieschbourg informiert hat, darüber hat das Tageblatt mit dem Verfassungsrechtler Luc Heuschling gesprochen.

Luxemburgs Justizministerin Sam Tanson (links) hat laut eigener Aussage Carole Dieschbourg (rechts) über die Weitergabe des „Gaardenhaischen“-Dossiers an die Chamber informiert. Dieschbourg war kurz darauf zurückgetreten.

Luxemburgs Justizministerin Sam Tanson (links) hat laut eigener Aussage Carole Dieschbourg (rechts) über die Weitergabe des „Gaardenhaischen“-Dossiers an die Chamber informiert. Dieschbourg war kurz darauf zurückgetreten. Archivfoto: Editpress/Didier Sylvestre

Das Dieschbourg-Dossier fand vor rund drei Wochen seinen Weg in die Chamber – begleitet von etwas, das fast ein wenig an das Spiel „stille Post“ erinnert. Kurz zum Hintergrund: Die Luxemburger Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag, 21. April, die Akte zur „Gaardenhaischen“-Affäre ans Parlament geschickt. Die Abgeordneten sollen die bisherigen Ermittlungsergebnisse rund um den einstigen Abgeordneten und Ex-Bürgermeister von Differdingen Roberto Traversini (ebenfalls „déi gréng“) und die damalige Umweltministerin Dieschbourg begutachten – und dann entscheiden, ob in der Sache Anklage erhoben werden soll.

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