Enteisungsmittel
Was die Regierung gegen Wasserverschmutzung durch den Flughafen Findel tut
Enteisungsmittel vom Flughafen Findel gelangen seit Jahren in umliegende Gewässer. Minister Wilmes erklärt, mit welchen Maßnahmen die Regierung die Umweltbelastung reduzieren will.
Auf den Boden gelangtes Glykol wird vom Flughafenbetreiber mit Kehrmaschinen gesammelt und anschließend zu unterschiedlichen Kläranlagen transportiert Foto: Luxairport
Luxemburgs Gewässer stehen unter Druck. Laut der Vereinigung „natur&ëmwelt“ befindet sich derzeit kein einziges Oberflächengewässer in einem guten ökologischen Zustand. Auch der Flughafen Findel trägt seit Jahren zur Verschmutzung bei. Denn: In den Wintermonaten gerät seit Jahren Enteisungsmittel in die umliegenden Gewässer und hat dort erhebliche Verschmutzungen zur Folge. Besonders betroffen ist der Bach „Stackelgesgriecht“. Aufgrund der im Enteisungsmittel enthaltenen Chemikalien (z.B. Glykol, Korrosionsschutz- und Verdickungsmittel) gilt er inzwischen als „ökologisch zerstört“, schreibt der ADR-Abgeordnete Michel Lemaire in einer parlamentarischen Anfrage. Doch was tut die Regierung dagegen?
Das Problem ist der Luxemburger Wasserverwaltung seit dem Jahr 2021 bekannt, wie aus der Antwort von Umweltminister Serge Wilmes (CSV) vom vergangenen Montag hervorgeht. Der Minister verweist darin auf ein geändertes Gesetz aus dem Jahr 2004, das Maßnahmen zur Modernisierung und Verbesserung des Abwassernetzes und des Regenwassermanagements am Flughafen bestimmt. Seither werde ein „festgelegtes Programm“ umgesetzt. Dieses sehe vor, Rückhaltebecken und verbesserte Kanalisationsanlagen zu schaffen, über die das Abwasser zu den zuständigen Kläranlagen in Luxemburg-Stadt oder Übersyren geleitet wird.
Neue Technik für weniger Umweltbelastung
Laut Wilmes wurden seit 2004 am Flughafen mehrere Rückhaltebecken in den Einzugsgebieten der Syr und der Alzette gebaut oder vergrößert. Zwei weitere befänden sich derzeit in Planung. Außerdem sei eine Kanalisationsleitung zur getrennten Ableitung von Regenwasser entlang des „Tarmac“ errichtet und die Entwässerung der Start- und Landebahn modernisiert worden. Das Abwassernetz werde regelmäßig per Kamera inspiziert, um beschädigte Abschnitte zu erneuern. Ferner werde zurzeit die Kläranlage in Übersyren ausgebaut – diese verfüge nicht über die notwendigen Kapazitäten und sei regelmäßig überlastet.
Seit dem vergangenen Jahr werde überdies ein moderner Sprüh-Lkw eingesetzt, dessen optimiertes Sprühbild den Einsatz von Enteisungsmitteln auf der Start- und Landebahn reduziere. Zudem sammele der Flughafenbetreiber LuxAirport seit mehreren Jahren das beim Enteisen der Flugzeuge auf den Boden gelangte Glykol mit Kehrmaschinen ein und transportiere es in Containern zu unterschiedlichen Kläranlagen. Diese Maßnahmen hätten zur Folge, dass sich die Menge des nach Übersyren geleiteten, belasteten Wassers „spürbar verringert“, schreibt der Minister. (les)