Bommeleeër-Prozess
Vom heißen Eisen zum Cold Case: Eine Bilanz der zweiten Woche im Verfahren wegen Falschaussagen
Die Staatsanwaltschaft fordert Gefängnisstrafen für fünf der sechs Angeklagten im sogenannten Bommeleeër-Bis-Prozess, während die Nebenkläger teils emotionale Plädoyers halten. Doch viel Licht ist mit dem aktuellen Verfahren nicht ins Dunkel der Affäre gekommen. Die Erwartungen wurden enttäuscht.
Gebrandmarkt: Marc Scheer, hier mit seinem Anwalt Me Thierry Hirsch Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Me Thierry Hirsch bringt die Enttäuschung über den Prozess wegen Falschaussagen von mehreren Zeugen im Bommeleeër-Prozess auf den Punkt: „Da steh‘ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!“, zitiert der Anwalt von Marc Scheer – neben Jos Wilmes einer der beiden Angeklagten in dem im Juli 2014 auf Eis gelegten Prozess – Goethes „Faust I“. In der Tat: Wer erwartet hatte, in dem Verfahren wegen Falschaussagen unter Eid in dem legendären Bommeleeër-Prozess neue Erkenntnisse in der Affäre zu gewinnen, sieht sich enttäuscht. Gewiss ist nur, was der einstige Staatsanwalt Robert Biever einmal gesagt hat: „Et war net keen.“ Das ist ein mehr als dünnes Ergebnis.