Elektriker
Unter Strom: OGBL beklagt Stillstand bei den Verhandlungen zur Erneuerung des Kollektivvertrags
Sozialdumping, Provokation, Abwertung des Berufs: Die Vorwürfe des OGBL an die Adresse des Arbeitgeberverbands der Elektrikermeister sind schwerwiegend. Seit drei Jahren stecken die Verhandlungen zur Erneuerung des Kollektivvertrags in der Sackgasse.
Hernani Gomes: „Drei Jahre Stillstand sind nicht normal“ Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Ein Kollektivvertrag dient in der Regel dazu, den Beschäftigten einer Berufsgruppe bessere Arbeits- und Gehaltsbedingungen als das gesetzlich vorgeschriebene Minimum zu garantieren. Doch davon ist man beim Kollektivvertrag für die Elektriker ein gutes Stück entfernt. Etliche Beschäftigte würden im Sektor nicht mehr als den einfachen bzw. qualifizierten Mindestlohn verdienen, so der Vorwurf von OGBL-Zentralsekretär Hernani Gomes. Seit den letzten gesetzlichen Anpassungen des Mindestlohns um eine Erhöhung von 100 Euro nach den Parlamentswahlen von 2018 stagniere ein Großteil der Posten in der Gehältertabelle für Elektriker auf eben diesem Mindestniveau. Der Gewerkschafter spricht von 25 der im Kollektivvertrag festgeschriebenen 60 Gehaltsstufen. Das betreffe sogar Vorarbeiter, die doch eine wesentlich höhere Verantwortung tragen.