Datenschutz
Uni.lu kippt nun doch Einsatz umstrittener Fernüberwachungstools im Examen
Einige Tage vor Beginn der Examenszeit auf der Uni.lu liebäugelt die Universität mit dem Einsatz umstrittener Fernüberwachungsprogramme. Die Studentenvereinigung UNEL legt sich quer und drei Abgeordnete der Opposition äußern Bedenken zum Datenschutz in einer dringenden parlamentarischen Frage. Kurzerhand macht die Uni.lu eine Vollbremsung und kippt das Vorhaben. Ein Bericht.
Das Vorhaben, umstrittene Überwachungstools in der Examenszeit einzusetzen, hat die Politik und die Studentenvereinigung UNEL auf den Plan gerufen Foto: dpa/Daniel Naupold
Ein Student sitzt zu Hause vor seinem Schreibtisch. Darauf steht sein Laptop, ausgestattet mit Mikrofon und Kamera. Das ist heute Standard. Gleich beginnt sein Fern-Examen. Bevor er die Fragen zugeschickt bekommt, muss er sich eine vorgegebene Software, zum Beispiel Proctorio, auf seinem Computer installieren. Diese aktiviert die Kamera und das Mikrofon am Laptop. Zuerst muss der Student das Zimmer, in dem er sein Examen schreiben wird, in einem 360-Grad-Radius abfilmen. Die Software kann während der gesamten Prüfung den Studenten filmen und abhören. Zudem kann das Tool auch auf laufende Anwendungen auf seinem PC zugreifen.