Corona-Krise
Therapiezentrum für jugendliche Drogenabhängige ist dringend notwendig
Rückfälle, Therapieausfälle und Selbstmordversuche: Drogenabhängige trifft es in der Corona-Krise besonders schlimm.
Weil sie nicht aus dem Haus durften, um sich ihre Drogen zu besorgen, wurden einige abhängige Jugendliche gewalttätig. Foto: Editpress-Archiv
Während einer Therapie im Ausland versuchte sich ein Drogenabhängiger aus Luxemburg umzubringen. Da er als Ausländer dort nicht das Recht auf eine entsprechende Behandlung nach dem Selbstmordversuch hatte, brachte ihn René Meneghetti, Psychologe und Direktionsbeauftragter der Sucht-Beratungsstelle Impuls, selbst zurück nach Luxemburg. Eine Aufnahme in eine psychiatrische Einrichtung erwies sich aber auch hier als schwierig, erzählt Meneghetti dem Tageblatt. Da die Person nicht mehr direkt gefährdet sei, könne sie nicht stationär behandelt werden, wurde ihm gesagt. „Ja, gewiss, er war durch die lange gemeinsame Fahrt mit mir wieder ruhiger geworden, was aber nicht hieß, dass er nicht mehr gefährdet war.“ Zehn Tage lang habe er jeden Tag im Krankenhaus vorsprechen müssen, bis die Person endlich aufgenommen wurde. Das Ganze sei natürlich auch eine große Belastung für die Familie des Kranken gewesen.