Drogenpolitik
Synthetische Cannabinoide in Luxemburg: Wie falsches CBD durch alle Kontrollen rutschte
In Italien und Tschechien hat ein synthetisches Cannabinoid Menschen getötet. In Luxemburg lag derselbe Stoff im Verkaufsautomaten, als CBD deklariert, mit Zollstempel. Gefunden hat ihn kein Amt, sondern ein kleiner Verein.
Die synthetischen Cannabinoide können auf gewöhnliche Hanfblüten gespritzt werden Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
In Mailand stürzte sich Ende November 2025 ein junger Mann vom Balkon. Er hatte Cannabis geraucht, das er für legal hielt. In der Probe fanden die Ermittler ein synthetisches Cannabinoid namens MDMB-PINACA. Der Händler steht inzwischen vor Gericht. In Tschechien starb im selben Herbst ein Mensch an dieser Stoffgruppe. Über 20 kamen ins Krankenhaus, einige davon minderjährig.
Derselbe Stoff lag in Luxemburg-Stadt im Automaten. Verkauft wurde er in einem Geschäft, als CBD- beziehungsweise THCA-Produkt, mit Steuerbanderole, jederzeit zugänglich. Die gute Nachricht: Gestorben ist hier niemand. Aber wie kam der Stoff ins Land, vorbei an Zoll, Santé und Polizei?