Petition fordert mehr Gerechtigkeit bei den Renten
Studienjahre nachkaufen: „In unseren Nachbarländern ist das möglich“
Wer studiert hat und in Luxemburg arbeitet, kann die Studienjahre für seine spätere Rente nicht nachkaufen. Gilles Vogel hält das für ungerecht. Mit einer öffentlichen Petition will der Steuerexperte das ändern. Er fordert Wahlfreiheit und gleichzeitig auch mehr Transparenz bei der Rentenberechnung.
Der Luxemburger Expert-comptable Gilles Vogel will per Petition erreichen, dass Studienjahre für die Rente nachgekauft werden dürfen, so wie es in Nachbarländern längst möglich ist Foto: Editpress/Hervé Montaigu
„Ich finde das nicht gerecht“, so Gilles Vogel gegenüber dem Tageblatt. Wer mehrere Jahre studiert, beginnt später zu arbeiten und zahlt entsprechend später Rentenbeiträge. Die fehlenden Beitragsjahre kann er auch dann nicht ausgleichen, wenn er bereit ist, dafür selbst zu bezahlen. Gilles Vogel will das ändern. Mit seiner öffentlichen Petition Nr. 4275 fordert er, dass Studienjahre künftig freiwillig nachgekauft werden können.
Vogel weiß, wovon er spricht. Er hat in Brüssel Wirtschaft und Finanzen studiert, ist Expert-comptable und führte 18 Jahre lang eine eigene „Fiduciaire“. Als Steuerberater beschäftigte ihn das Thema beruflich, aber nicht nur. Einmal habe er selbst versucht, seine Studienjahre nachzuzahlen, erzählt er. Mit den entsprechenden Belegen sei er bei der zuständigen Behörde vorstellig geworden, habe dann aber erfahren müssen, dass dies nicht möglich ist.