Armut
Sozialhilfen: Niedrige Inanspruchnahme trotz wachsender Not
Viele Bedürftige nehmen soziale Leistungen etwa von „Allocation de vie chère“, Mietbeihilfen und Krediten für Alleinerziehende oder anderen Hilfen nicht wahr oder scheuen vor dem Gang in eine „Epicerie sociale“ zurück. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, die sowohl bei den Menschen selbst als bei den Verwaltungen liegen. Eine Studie und eine „Table ronde“ gaben Aufschluss darüber.
Nicht jeder kann sich einen gedeckten Tisch leisten – aus unterschiedlichen Gründen. Ein Foto von der Weihnachtsfeier der „Stëmm“ 2019. Foto: Editpress-Archiv/Julien Garroy
Paula wusste nicht mehr ein und aus, wie sie über die Runden kommen sollte. Die Alleinerziehende hätte Anrecht auf eine Wohnungsbeihilfe gehabt, doch diese nicht beantragt. Als sie es tat, war es zu spät. „Niemand hatte mir etwas gesagt“, erzählt die Mittvierzigerin. „Und als ich davon sprach, sagten Freunde von mir, sie hätten gedacht, dass ich von der staatlichen Hilfe gewusst hätte.“ Sie hatte aber nie zuvor davon gesprochen. Paula, die ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hatte sich angesichts ihrer finanziellen Notlage geschämt.