Wilmes-Affäre

„So sachlich wie möglich“: DP-Chefin Hartmann fordert unabhängige Klärung

„So sachlich wie möglich“: Carole Hartmann will Wilmes‘ „Intrige“-Narrativ nicht bewerten, warnt aber: Sollten die Anschuldigungen stimmen, sei seine ärztliche Karriere vorbei.

DP-Präsidentin Carole Hartmann

DP-Präsidentin Carole Hartmann setzt ihr Vertrauen in die Experten Foto: Editpress/Julien Garroy

In der Affäre um den Orthopäden Philippe Wilmes setzt DP-Parteipräsidentin Carole Hartmann auf Distanz und hofft auf korrekte Prozeduren. Das sagt die Abgeordnete am Mittwoch im Gespräch mit dem Tageblatt. Wilmes, Belegarzt an den „Hôpitaux Robert Schuman“ und DP-Gemeinderat in Leudelingen, darf auf Anordnung von Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV) vorläufig drei Monate lang nicht mehr operieren. Ihm wird vorgeworfen, bei Kreuzbandoperationen am Knie Eingriffe zur Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes vorgenommen zu haben, die medizinisch nicht indiziert gewesen sein sollen. Ärzte aus dem CHL sprechen von auffälligen Abweichungen zwischen Anamnese, klinischer Untersuchung, Bildgebung und der gewählten OP-Methode. Mehrere Patienten, mit denen das Tageblatt sprechen konnte, bekräftigten die Vorwürfe.

Hartmann bestätigt im Gespräch, dass Wilmes Teil einer Arbeitsgruppe während der Koalitionsverhandlungen 2023 war – pro Thema seien dort jeweils vier bis fünf Mitglieder von DP und CSV beteiligt gewesen. Zu seiner Verteidigungslinie – Wilmes spricht öffentlich von einer „finsteren Intrige“, sieht politische Motive und kündigt eine Anfechtung der Suspendierung vor dem Verwaltungsgericht an – will Hartmann keine Bewertung abgeben: Das sei „strictement“ die Entscheidung des Betroffenen und seines Anwalts, sie selbst könne den Fall nicht beurteilen.

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