„Putsch“ bei Polizeigewerkschaft

SNPGL entledigt sich Präsidentin Negrini 

Putsch in Uniform: Die Polizeigewerkschaft SNPGL setzt ihre Präsidentin ab – möglicherweise, um den Weg für einen alten Bekannten zu ebnen. 

Marlène Negrini hatte den Posten der Gewerkschaftspräsidentin im August 2023 übernommen

Marlène Negrini hatte den Posten der Gewerkschaftspräsidentin im August 2023 übernommen Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Marlène Negrini ist nicht mehr Präsidentin der Polizeigewerkschaft SNPGL. Das meldet RTL. Demnach soll es einen „Putsch“ gegeben haben: Am Mittwoch soll das Komitee der Gewerkschaft mehrere Abstimmungen initiiert haben, um Negrini abzusetzen – was am Ende mit einer Mehrheit von fünf zu vier Stimmen auch gelungen sei. Laut RTL soll Generalsekretär Christian Hoffmann die Position des Präsidenten interimsmäßig bis zur Generalversammlung Ende März übernehmen. Die Gewerkschaft spricht in einer Pressemitteilung von einer „Umbildung“ des Komitees. 

„Die Entwicklung hat sich angedeutet“, sagt Marlène Negrini am Mittwochnachmittag gegenüber dem Tageblatt. Sie habe die anderen Komitee-Mitglieder auch darauf hingewiesen, dass ihr Vorgehen keine legale Basis hätte. „Das hat aber niemanden interessiert.“ Beide Seiten würden die Entscheidungen nun juristisch prüfen lassen, Negrini wolle sich erst nach Rücksprache mit einem Juristen weiter äußern.

Eine Person, die mit den Interna der SNPGL vertraut ist, vermutet, dass der ehemalige Gewerkschaftspräsident Pascal Ricquier plant, seinen alten Posten wieder zu übernehmen. Ricquier hatte den Posten im Jahr 2023 abgegeben, um für die CSV bei der Parlamentswahl zu kandidieren. Er hatte allerdings kein Mandat erringen können. Ricquier war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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