40 Jahre Schengen
Robert Goebbels: „Tot ist Schengen nicht – aber in Gefahr“
Robert Goebbels, langjähriger LSAP-Minister und Europapolitiker, war eine Schlüsselfigur bei der Geburt des Schengener Abkommens. Am 14. Juni 1985 setzte er als damaliger Staatssekretär im Außenministerium an Bord der „MS Princesse Marie-Astrid“ in Schengen seine Unterschrift unter jenes Dokument, das den Anfang vom Ende der innereuropäischen Grenzkontrollen markierte. Damals waren es fünf Staaten – Deutschland, Frankreich und die Benelux-Länder –, heute sind es 29. Ein Gespräch über Erfolge, Krisen, Kompromisse und Pragmatismus – über damals, heute und morgen.
Politiker Goebbels 1984 und heute: „Die Menschen werden sich wehren gegen jene, die Freizügigkeit einschränken wollen“
Robert Goebbels nimmt kein Blatt vor den Mund – weder mit seiner Meinung noch mit seinem Humor. „Ich habe dem Ort Schengen sozusagen zu Weltruhm verholfen“, sagt er lachend bei unserem Gespräch. Er wirkt gut gelaunt, informiert – und kämpferisch wie eh und je: „Der Vertrag von Schengen ist heute bedroht, aber er wird mit Sicherheit überleben.“