Luxemburg

Doppelt so lang gültig, gleicher Preis: Neuer Pass kommt am 11. Mai

Ab dem 11. Mai gibt es einen neuen Luxemburger Reisepass. Das Dokument gilt künftig zehn statt wie bisher fünf Jahre – zum selben Preis. Außenminister Xavier Bettel sprach von einer lang ersehnten Vereinfachung.

Xavier Bettel präsentiert den neuen luxemburgischen Reisepass mit 10 Jahren Gültigkeit bei offizieller Vorstellung

Xavier Bettel stellt den neuen luxemburgischen Reisepass mit einer Gültigkeitsdauer von zehn Jahren vor Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Es sei ein Thema, das in den vergangenen Monaten „große Ungeduld“ hervorgerufen habe, so Außenminister Xavier Bettel am Freitagmittag vor Journalisten. Nun könne er jedoch ankündigen, dass die gesetzliche Grundlage geschaffen sei und den Luxemburgern bald ein neuer Pass zur Verfügung stehe – mit einer Gültigkeitsdauer von zehn Jahren, doppelt so lang wie bisher.

An den Gebühren ändert sich nichts: Ein regulärer Antrag kostet weiterhin 50 Euro, ein Eilantrag im Rahmen der sogenannten „procédure d’urgence“ 150 Euro. Im Normalverfahren dauert die Ausstellung eine Woche, im Eilverfahren drei Tage. Beantragt werden kann der neue Pass ab dem 11. Mai.

Gründe, warum es nun einen neuen Luxemburger Pass geben wird, gibt es mehrere. Der wohl wichtigste ist, dass die Verlängerung auf zehn Jahre eine deutliche Vereinfachung für den Bürger darstellt. „Fünf Jahre sind eine kurze Zeit“, erläuterte Bettel – zumal viele Länder verlangen, dass das Reisedokument bei der Einreise noch mindestens drei bis sechs Monate gültig sein müsse.

55.000 Luxemburger Pässe

Die bisherigen, kurzen Fristen haben dazu geführt, dass aktuell rund 40 Prozent aller Anträge auf einen neuen Pass unter dem Modus der „procédure d’urgence“ gestellt werden, so der Minister. Die längere Gültigkeitsdauer soll diesen Anteil nun deutlich senken. Als weiterer Vorteil wurde die damit einhergehende Entlastung der Verwaltung genannt.

Insgesamt gibt es derzeit rund 55.000 Luxemburger Pässe. Der Großteil davon, 36.115, wurde bei Gemeindeverwaltungen beantragt, 11.674 direkt beim Ministerium und 7.207 über Botschaften im Ausland. Die luxemburgische Botschaft in Brasilien ist mit Abstand die ausstellungsstärkste: 2.516 Pässe wurden dort beantragt. Es folgten die USA (1.608), Großbritannien, Belgien, Frankreich und die Schweiz. Insgesamt leben heute 157.000 Luxemburgerinnen und Luxemburger im Ausland, so der Minister.

„Unser Pass ist ein Stück Freiheit“

Der neue Pass erhält auch ein leicht überarbeitetes Erscheinungsbild sowie neue Sicherheitsmerkmale, „um es den Fälschern möglichst schwer zu machen“, wie Bettel betonte. Zu den Neuerungen zählen ein farbiges Foto, das Staatswappen auf der Rückseite des Dokuments sowie Bilder und Texte, die nur unter UV-Licht sichtbar werden. Eine ganze Reihe dieser Bilder sind auf den Seiten verteilt, etwa die Landkarte Luxemburgs, die „Gëlle Fra“, der großherzogliche Palast, die Philharmonie oder das Mudam.

Bettel nutzte die Gelegenheit, um den Stellenwert des luxemburgischen Passes hervorzuheben. „Es ist nicht nur ein Stück Papier. Unser Pass ist ein Stück Freiheit.“ Laut internationalen Rankings zähle der Luxemburger Pass zu den attraktivsten der Welt und finde sich regelmäßig in den Top fünf wieder. „Mit ihm kann man in insgesamt 170 Ländern ohne komplizierte Prozeduren einreisen.“ Zuletzt kamen China, die Mongolei und Vietnam als kurzzeitig visafreie Reiseziele hinzu.

Ein Detail bleibt jedoch noch zu klären: In Luxemburg, wie in der gesamten EU, besteht ein gesetzlich verankertes Recht auf Barzahlung, wie Finanzminister Gilles Roth am Donnerstag in der Abgeordnetenkammer auf eine parlamentarische Anfrage von André Bauler hin erklärte. Und dies gelte auch für Staat und Gemeinden. „Wer Barzahlung verweigert, riskiert Bußgelder zwischen 25 und 250 Euro“, so der Finanzminister.

Neue Sicherheitsmerkmale auf Bankkarte zur Betrugsprävention und Identitätsnachweis

Neue Sicherheitsmerkmale Foto: Editpress/Hervé Montaigu

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