Satire

Mittagsrunde in der „Brideler Stuff“: Das politische Geschick des Paul Konsbruck

Wild gewordene Journalisten, die nur mit Luxemburger Kulturgut – dem „Humpen“ – zu besänftigen waren, oder der Rückruf der Luxemburger Aufklärungskoryphäe Jeannot Waringo: Im Luxemburger Staatsministerium ist immer was los. In der vierten Folge von „Cringe – Grenzfälle der Luxemburger Politik“ begleiten wir Xavier Bettels Kabinettschef Paul Konsbruck hinter die Kulissen des täglichen Polit-Wahnsinns in die „Brideler Stuff“.

Mittagsrunde in der „Brideler Stuff“: Das politische Geschick des Paul Konsbruck

Montage: Frank Goebel

„Er will was?“, schreit Xavier Bettel entrüstet auf und droht am grünen Salat zu ersticken. Bettels Kabinettschef Paul Konsbruck zuckt zusammen und duckt sich weg. „Wieder Justizminister werden. Also eigentlich bleiben“, flüstert Konsbruck, um den plötzlich erratisch wirkenden Premier nicht noch weiter zu verärgern. Aus den Augenwinkeln blickt er in die besorgten Gesichter der Ministerrunde. Xavier schießt die Zornesröte ins Gesicht, während sich der sonst so ruhige Atem in ein wildes Schnaufen verwandelt. Sein Blick irrt wirr an den Tischgästen entlang, die Augen weit aufgerissen und umrandet von der pochenden Stirnader, die jedem Vertrauten des Premiers verrät, schnellstmöglich Deckung zu suchen. Konsbruck setzt zu einem Hecht unter den Tisch an – doch der Premierminister kommt ihm zuvor. Xavier springt auf, läuft zur Justizministerin Sam Tanson und zu Transportminister François Bausch, zieht sie an den Ohren von ihren Stühlen und bugsiert sie in einen angrenzenden Raum. „Könnt ihr beiden Partei und Personalien endlich in den Griff bekommen, oder soll ich euch Waringo auf den Hals hetzen?“, hört man Xavier brüllen, bevor ein lautes Krachen und durch den Raum fliegende Holzsplitter das Zuschlagen der Tür verkünden.

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