Acht Monate für nichts
Mehrheit und Opposition streiten über die Vorschläge der Caritas-Spezialkommission
Acht Monate parlamentarische Beschäftigung mit dem Caritas-Skandal gipfeln in einer hitzigen Chamber-Debatte, an deren Ende die gesamte Arbeit der Spezialkommission in Frage steht.
Hier noch einig: Kommissionspräsident Charel Weiler (CSV) und Berichterstatterin Taina Bofferding (LSAP) Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Am Ende der letzten Chamber-Sitzung vor der Sommerpause kocht die Stimmung noch einmal hoch. Nach vier Stunden Debatte über den Abschlussbericht der Spezialkommission „Caritas“ ruft Marc Baum, die Hemdsärmel hochgekrempelt: „Wofür haben wir die acht Monate gearbeitet?“ Fassungslosigkeit auch auf dem Gesicht von Berichterstatterin Taina Bofferding: „Entweder wir stimmen das mit allen Vorschlägen oder der Bericht ist das Papier nicht wert, auf dem er steht.“ Was war passiert? Die Fraktionschefin der größten Oppositionspartei LSAP hatte am Nachmittag die Ergebnisse von acht Monaten Spezialkommission „Caritas“ präsentiert, inklusive aller Vorschläge an das Parlament und die Regierung, auf die sich die Mitglieder der Kommission einstimmig geeinigt hatten. Danach hatte Kommissionspräsident Charel Weiler (CSV) jedoch eine eigene Motion der Regierungsparteien CSV und DP eingereicht, die sich nur einige Vorschläge aus dem gemeinsam verfassten Bericht herauspickt – sehr zum Ärger sämtlicher Oppositionsparteien.