Fast zwei Jahre später als geplant
Luxemburgs nationaler Aktionsplan gegen Rassismus soll bis Ende des Jahres fertig sein
Der nationale Aktionsplan gegen Rassismus wird zurzeit unter Federführung des Familienministeriums und in Zusammenarbeit mit anderen Ministerien und Verwaltungen sowie mit einer ganzen Reihe an Organisationen aus der Zivilgesellschaft ausgearbeitet. Bis Ende dieses Jahres soll er fertig sein – ursprünglich war Anfang 2024 vorgesehen.
Demonstration in Minneapolis im Mai 2021: Der Tod des Afroamerikaners George Floyd ein Jahr zuvor löste weltweite Proteste gegen Rassismus und rassistische Polizeigewalt aus Foto: AFP/Kerem Yucel
Rassismus in Luxemburg? Das Thema wurde lange unter den Teppich gekehrt. Rassismus gebe es hierzulande nur unterschwellig, war häufig zu hören. Betroffene berichteten durchaus davon, wie sie ihm im Alltag ausgesetzt waren. Eine gesellschaftliche Debatte darüber blieb jedoch aus. Rassismus weiter gefasst, die Diskriminierung von Immigranten, wurde bereits früher aufgegriffen, etwas in dem Buch „Fremdarbeiter. Ein Schwarzbuch über ihre Situation in Luxemburg“ im Jahr 1974. Das Projekt „Retour de Babel“, das als Ausstellung und Buch entstand, als Luxemburg Europäische Kulturhauptstadt 2007 war, hatte die Komplexität der Migration hierzulande als Thema: als schöne neue multikulturelle Welt. Für das Kulturjahr 2022 wurde das Projekt von einer Gruppe von Künstlern erneut aufgegriffen.