Transparency International

Luxemburg lässt Nachbarländer im Korruptionsranking deutlich hinter sich 

Luxemburg hat im aktuellen Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International einen bemerkenswerten Sprung nach vorne gemacht. Damit lässt das Land seine drei Nachbarländer deutlich hinter sich.

Demokratien schneiden im Korruptionswahrnehmungsindex deutlich besser ab als Länder mit autokratischen Regierungen

Demokratien schneiden im Korruptionswahrnehmungsindex deutlich besser ab als Länder mit autokratischen Regierungen Foto: AFP/Philippe Desmazes

Das Großherzogtum verbesserte sich im diesjährigen Ranking um vier Plätze und rutschte damit erstmals auf den fünften Rang unter 180 bewerteten Ländern weltweit. Damit gehört Luxemburg zur Spitzengruppe der am wenigsten korrupten Nationen. Vor 20 Jahren lag Luxemburg in diesem Ranking auf Platz 13.

In der Bewertungsskala hat das Land 81 von 100 möglichen Punkten erhalten. Im Vorjahr waren es 78. Diese Platzierung bedeutet eine Rückkehr zu früherer Stärke, nachdem das Land in den vergangenen zwei Jahren leicht zurückgefallen war. Den historischen Bestwert hatte Luxemburg 2015 mit 85 Punkten erreicht – auch wenn es damals nur für den siebten Platz weltweit gereicht hatte.

An der Spitze des Rankings steht zum siebten Mal in Folge Dänemark mit 90 Punkten, gefolgt von Finnland, Singapur und Neuseeland. Die Schlusslichter des Rankings bilden Südsudan (8 Punkte), Somalia (9 Punkte) und Venezuela (10 Punkte).

Bemerkenswert ist, dass Luxemburg deutlich besser abschneidet als seine Nachbarländer: Deutschland erreichte mit 75 Punkten nur den 15. Platz, Belgien mit 69 Punkten den 22. Platz und Frankreich mit 67 Punkten sogar nur den 25. Rang. Verglichen mit dem Vorjahr haben alle drei Länder Bewertungspunkte verloren.

Westeuropa fällt zurück

Insgesamt besorgniserregend ist der allgemeine Trend in Westeuropa und der EU, so die Autoren des Berichts. „Obwohl viele westeuropäische Länder einen wichtigen Beitrag zur Klimafinanzierung leisten, hat das diesjährige Ranking die Schwächen in der Region aufgezeigt, die einen unzulässigen Einfluss von Unternehmenslobbyisten auf Klimamaßnahmen ermöglichen. (…) Die Fähigkeit Westeuropas, die Korruption zu bekämpfen, lässt gefährlich nach und behindert die Fähigkeit des Blocks, die Rechtsstaatlichkeit zu schützen, in die überlasteten öffentlichen Dienste zu investieren und die Klimakrise zu bekämpfen.“

Der regionale Durchschnitt in Westeuropa ist das zweite Jahr in Folge auf 64 von 100 Punkten gesunken. Von den 31 bewerteten Ländern haben nur sechs ihre Werte verbessert, während 19 schlechter abschnitten. Große Volkswirtschaften wie Deutschland und Frankreich haben sich verschlechtert, und selbst traditionell starke nordische Länder wie Norwegen und Schweden haben ihre bisher niedrigsten Werte erreicht. Das Schlusslicht der EU bildet Viktor Orbans Ungarn: Mit lediglich 41 Punkten liegt es abgeschlagen auf Platz 82, hinter Ghana, Albanien und Kosovo.

Ein anderes interessantes Ergebnis liefert die Ukraine, die mit 35 Punkten auf Platz 105 zurückgefallen ist. Noch schlechter schneidet derweil Russland ab, das mit nur noch 22 Punkten auf Platz 154 gefallen ist. Die USA liegen mit 65 Punkten auf Rang 28. Insgesamt schneiden in dem Ranking demokratische Länder besser ab als autokratisch geführte Staaten.

Der „Corruption Perceptions Index“ bewertet die Wahrnehmung der Korruption im öffentlichen Sektor und stützt sich dabei auf Daten aus 13 externen Quellen, darunter u.a. die Weltbank, das Weltwirtschaftsforum, private Risiko- und Beratungsunternehmen. Der Rang ist nicht so wichtig wie die Punktzahl, wenn es darum geht, den Grad der Korruption in einem Staat zu bestimmen, so die Autoren. Eine erste Ausgabe des Index hat es im Jahr 1995 gegeben.

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