Bio bei Restopolis

Landwirtschaftskammer: Rundumschlag des Mouvéco zeuge von „schlechtem Stil“

Mehr Bio statt lokal? Die Debatte rund um das Supply4Future-Projekt von Restopolis geht in die nächste Runde. Die Landwirtschaftskammer wirft dem „Mouvement écologique“ „schlechten Stil“ vor.

Reger Andrang in einer Restopolis-Kantine

Reger Andrang in einer Restopolis-Kantine Archivfoto: Editpress

Nachdem das „Mouvement écologique“ vergangene Woche Donnerstag eine Priorisierung von Bio-Produkten beim Einkauf von Lebensmitteln durch Restopolis gefordert hatte, musste der Interessenverein so einige Kritik einstecken. Nicht etwa, weil im Rahmen des Supply4Future-Projekts eine progressive Umstellung auf Bio nicht lobenswert wäre, sondern weil der „Mouvéco“ Bio-Lebensmittel aus dem Ausland lokalen Produkten aus konventionellem Anbau vorziehen würde. Der „Mouvéco“ meinte zudem, dass eine Priorisierung von Bio-Produkten einheimische Landwirte dazu bewegen könnte, ihre Produktion entsprechend umzustellen.

Am Dienstag meldete sich nun die Landwirtschaftskammer zu Wort. Das Supply4Future-Projekt zeichne sich unter anderem dadurch aus, dass Preise nicht als einziges Auswahlkriterium für Lebensmittel fungieren. Demnach sei das Projekt auch für die Luxemburger Landwirtschaft mit ihren tendenziell höheren Produktionskosten von großer Bedeutung.

Das Projekt habe „nachweisliche Schwachstellen“ und es bedürfe einiger Anpassungen. Darüber hinaus ist die Förderung der Bio-Landwirtschaft „ein legitimes politisches Ziel“, findet die Landwirtschaftskammer – doch der „Rundumschlag gegen die konventionelle Landwirtschaft“ des „Mouvéco“, der „gezielt auf die Spaltung des landwirtschaftlichen Sektors setzt, ist einfach nur schlechter Stil“. Ein Dialog auf Augenhöhe sei notwendig, um bestehende Probleme zu analysieren und gemeinsam Lösungen zu finden – mit Polemik erreiche man hingegen das Gegenteil, kritisiert die Landwirtschaftskammer.

Zuvor hatte sich auch schon Landwirtschaftsministerin Martine Hansen (CSV) zu der Forderung des „Mouvement écologique“ geäußert. Für sie habe die Förderung der einheimischen Landwirtschaft Vorrang – selbst dann, wenn importierte Bioprodukte günstiger wären.

Der „Fräie Lëtzebuerger Bauereverband“ (FLB) meinte am Freitag wiederum, dass die Reduzierung negativer Umweltauswirkungen sowie die Sicherstellung hochwertiger Lebensmittel bereits heute fester Bestandteil der Luxemburger Landwirtschaft seien. Die traditionellen Denkschemata zwischen biologischer und konventioneller Landwirtschaft müssten überwunden werden, da eine umweltfreundliche Lebensmittelproduktion keineswegs ausschließlich der biologischen Landwirtschaft vorbehalten sei. (WiR)

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