Explosion im Militärlager Waldhof

Justiz bestätigt: Ex-Minister Bausch und Ex-Generalstabschef Duschène werden angeklagt

Zwei Soldaten sind 2019 bei der Explosion einer Weltkriegs-Granate im Munitionslager Waldhof gestorben. Die Justiz hat nun entschieden: Ex-Verteidigungsminister François Bausch und Ex-Armeechef Alain Duschène sollen vor Gericht gestellt werden. 

Ex-Generalstabschef Alain Duschène und Ex-Verteidigungsminister François Bausch bei einer Veranstaltung im Jahr 2018

Ex-Generalstabschef Alain Duschène und Ex-Verteidigungsminister François Bausch bei einer Veranstaltung im Jahr 2018 Foto: Editpress-Archiv/Julien Garroy

Ex-Verteidigungsminister François Bausch („déi gréng“) und der ehemalige Oberbefehlshaber der Luxemburger Armee, Alain Duschène, werden angeklagt. Das teilt die Presseabteilung der Luxemburger Staatsanwaltschaft am Donnerstagmorgen mit. 

Die Entscheidung wurde demnach am Mittwoch von der „Chambre du conseil“ vom Bezirksgericht Luxemburg getroffen. Diese sei zu dem Schluss gekommen, dass „ausreichend Verdachtsmomente“ vorlägen, um die beiden wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht zu stellen. 

In einer Mitteilung am Donnerstagmittag schreibt Bauschs Anwalt, dass sie am 24. September 2025 von der Entscheidung der Ratskammer erfahren haben. „Da wir die Argumentation dieses Gerichts weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht teilen, wird Widerspruch eingelegt“, geht aus der Mitteilung hervor. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht Bausch davon ab, sich weitergehend zu dem tragischen Unfall zu äußern, heißt es weiter in der Stellungnahme.

Am 14. Februar 2019 war auf dem Gelände des „Camp Jules Dominique“ in Waldhof eine 48 Kilogramm schwere Granate aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert. Zwei Unteroffiziere des Kampfmittelräumdienstes Sedal kamen ums Leben, zwei weitere Soldaten wurden schwer verletzt. Die Explosion geschah, als Sprengstoffexperten eine für den Transport angebrachte Öse mit einem Hammer entfernen wollten.

Kommandanten vom Minenräumdienst werden nicht verfolgt

Der damalige Kommandant des Minenräumdienstes der luxemburgischen Armee (Sedal) und der stellvertretende Kommandant wurden von der Strafverfolgung freigesprochen, schreibt die Justiz am Donnerstag. 

Die Staatsanwaltschaft erklärt zudem, dass der Begriff „ausreichende Verdachtsmomente“ dem Begriff „Schuld“ in keiner Weise vorgreife. Für jeden Angeklagten bestehe bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Laut einem Bericht von Reporter.lu richten sich die Hauptvorwürfe in dem Verfahren vor allem gegen den Zustand des Militärlagers. Die Ermittler sprechen demnach von gravierenden Sicherheitsmängeln, darunter marode Straßen und ungesicherte Stromleitungen. Bausch werde nicht nur in seiner Rolle als Verteidigungsminister, die er zu dem Zeitpunkt erst seit zwei Monaten innehatte, sondern auch als langjähriger Transport- und Infrastrukturminister in die Verantwortung genommen. (DJ, sen)

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