Nationale Ethikkommission
Front soll Vorrang bei Impfung gegen SARS-CoV-2 genießen
Die nationale Ethikkommission hat in ihrem Gutachten zur Impfstrategie der Regierung empfohlen, dass angesichts der voraussichtlich begrenzten Verfügbarkeit von Impfstoffen Mediziner, Krankenpfleger und andere Angestellte, die in direktem Kontakt mit Covid-19-Patienten stehen, Vorrang bei der Impfung gegen SARS-CoV-2 erhalten sollen. Unklar ist aber noch, wie es danach weitergehen soll. Die Ethikkommission befürchtet, dass es in den kommenden Wochen und Monaten zu lebhaften öffentlichen Diskussionen über die Impfstrategie kommen könnte.
Nur 14 Tage hatte die nationale Ethikkommission um ihre Präsidentin Julie-Suzanne Bausch (Foto) Zeit, um ihr Gutachten zur Impfstrategie der Regierung auszuarbeiten Foto: Editpress/Julien Garroy
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie stelle die Aussicht auf die baldige Verfügbarkeit von Impfstoffen ein Licht am Ende des Tunnels dar, hatte die Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am vergangenen Freitag bei der Vorstellung der Impfstrategie der Regierung gesagt. In Luxemburg soll es keine Impfpflicht geben und die Impfung werde kostenlos sein, hatte Premierminister Xavier Bettel (DP) verkündet. Ab wann die beiden Impfstoffe (der Unternehmen Pfizer/Biontech und Moderna), die bislang eine Zulassung in der Europäischen Union beantragt haben, von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA validiert werden und in welchen Mengen die Vakzine in einer ersten Phase verfügbar sein werden, ist aber noch unklar. Pfizer und Biontech hatten erst Ende vergangener Woche angekündigt, dass sie ihr Ziel, 100 Millionen Dosen ihres Impfstoffs noch in diesem Jahr auszuliefern, wegen Problemen in der Lieferkette halbieren müssten. Relativ sicher scheint nur, dass in den ersten Wochen nach der Zulassung noch nicht ausreichend Dosen vorhanden sein werden, um gleich den gesamten impfbereiten Teil der Bevölkerung zu immunisieren. Deshalb hatte die Regierung am 17. November die nationale Ethikkommission angerufen, um eine Priorisierung der Personengruppen zu erstellen, für die eine vorrangige Impfung nach ethischen Kriterien vertretbar wäre.