ADR
Fred Keup schießt gegen Meisch. Dieser würde „de ganze Schoulsystem zerstéieren“.
Die ADR hat sich zur Rentrée auf Claude Meisch eingeschossen und wärmt ihr Lieblingsthema auf: die Bedrohung durch die französische Sprache.
Sieht immer noch genauso aus: Fred Keup, hier bei einer Pressekonferenz im Jahr 2023 Foto: Editpress/Julien Garroy
Die ADR geht auf Konfrontationskurs mit ihrem Lieblingsminister: Bei ihrer Pressekonferenz zur parlamentarischen Rentrée am Donnerstag hat Fraktionschef Fred Keup Bildungsminister Claude Meisch (DP) scharf attackiert. Dessen Politik sei dabei, „de ganze Schoulsystem ze zerstéieren“, so Keup gegenüber RTL. Mehr Französisch im Unterricht, mehr internationale Schulen, weniger klassische Lycées – für die ADR ist das, wenig überraschend, ein kultureller Untergang in Zeitlupe. Die Alphabetisierung auf Französisch ist da der letzte Sargnagel.
Aber Meisch ist nicht nur schuld an der Bildungsmisere, auch die „Zubetonierung“ des Landes hat er zu verantworten. Keup zieht ausgerechnet Ex-Premier Juncker (CSV) als Zitatgeber für seine Wachstumskritik heran, der schon im Jahr 2000 vor einem 700.000-Einwohner-Staat gewarnt habe. Nun habe man den Salat: Stau auf den Straßen, Französisch in der Schule und ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Dass Juncker bis 2013 Architekt dieses Wachstums war, wird dabei geflissentlich ignoriert.
Keup gibt sich als letzter Konservativer im Parlament – alle anderen Parteien seien mittlerweile „lénks“. Mit dieser Pose scheint er aktuell zu punkten: Laut aktueller Ilres-Umfrage würde die ADR zwei Sitze zulegen. Als Grund nennt Keup die Enttäuschung über die CSV. Deren traditionelle Werte seien „iwwert de Koup gehäit ginn“. Die ADR inszeniert sich zur Rentrée also als Rückzugsort für konservative Heimatlose. Der Leuchtturm bleibt dabei die luxemburgische Sprache: Laut Keup soll es immer ein Vorteil sein, wenn man Luxemburgisch spricht – und nie zum Nachteil werden. Der einzige Nachteil allerdings, den man derzeit hat, wenn man des Luxemburgischen mächtig ist: Man versteht leider, was Fred Keup sagt.