Migration
Flüchtlingsstrukturen in Luxemburg: Zwischen Abwiegeln und Entsetzen
Mangelnde Hygiene, schlechte Behandlung, räumliche Enge und eine Ghettoisierung der Betroffenen – die Kritik an den Missständen in den Flüchtlingsstrukturen hat nicht nachgelassen. Im Gegenteil: Das für die Unterbringung der Asylbewerber zuständige „Office national de l’accueil“ (ONA) und der verantwortliche Familienminister Max Hahn geraten zunehmend unter Druck.
Bewohnerinnen der Flüchtlingsunterkunft in Zolver im Gespräch mit der Presse Foto: Editpress/Alain Rischard
Erst kürzlich hatte das Tageblatt über die Zustände in einer Struktur in Zolver sowie über das Erstaufnahmezentrum Tony Rollman auf Kirchberg berichtet. Eine Gruppe von Frauen aus Eritrea, die in Zolver zu 30 Personen in einem Schlafsaal leben, besuchte die Redaktion und berichtete von den Missständen. Um Beweise vorzulegen, hatten sie ihre Unterkunft gefilmt. Darüber hinaus waren der Öffentlichkeit zum wiederholten Mal Fotos von der desolaten Situation auf dem von mehr als 1.200 Personen bewohnten Lager auf Kirchberg zugespielt worden, wo viele Flüchtlinge aus der Ukraine untergebracht sind.