Duma

Fernand Kartheiser reist nach Moskau – auf Einladung des russischen Parlamentes

Fernand Kartheiser will bei seinem Besuch in der Duma unter anderem die „bilateralen Beziehungen, die Lage in der Ukraine, Menschenrechte und die internationale Politik“ ansprechen

Fernand Kartheiser will bei seinem Besuch in der Duma unter anderem die „bilateralen Beziehungen, die Lage in der Ukraine, Menschenrechte und die internationale Politik“ ansprechen Foto: Editpress/Julien Garroy

Fernand Kartheiser hat am Freitagmittag bekannt gegeben, dass er auf Einladung der Duma zu bilateralen Gesprächen nach Moskau reisen werde. Der ADR-Europaabgeordnete schreibt auf X, dass er bei seinem Besuch in der Duma unter anderem die „bilateralen Beziehungen, die Lage in der Ukraine, Menschenrechte und die internationale Politik“ ansprechen werde. Kartheiser hat die Ankündigung seiner Reise in gebrochenem Russisch vorgelesen, das Video war mit französischen Untertiteln versehen.

Wie Kartheisers Reise von seiner Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) im Europaparlament aufgenommen wird, muss sich noch zeigen. Die Pro-Putin-Linie Kartheisers stieß bei der rechtskonservativen EKR, der unter anderem Fratelli d’Italia, die PiS-Partei und die belgische N-VA angehören, bereits mehrmals auf Missfallen. Im Juli vergangenen Jahres zum Beispiel hatte das Europaparlament eine Resolution zur fortgesetzten Unterstützung der Ukraine verabschiedet. Diese Resolution wurde von der EKR unterstützt – Kartheiser stimmte damals jedoch dagegen und plädierte für eine rasche diplomatische Beilegung des Konflikts.

Ende vergangenen Jahres und nach nur sechs Monaten im Europaparlament war Kartheiser von seiner Fraktion dann wegen seiner Putin-Nähe gerügt worden. In einem Schreiben der EKR-Fraktionsführung wurde der ADR-Politiker aufgefordert, intern Stellung zu beziehen zu seinen Aussagen. Gegenüber dem Wort sagte damals ein Sprecher der EKR-Fraktion: „Die Position der EKR ist klar und besteht in der entschiedenen Ablehnung der russischen Aggression in der Ukraine.“

Auslöser für die Rüge war ein Interview des luxemburgischen EU-Abgeordneten, das er einer von den 27 EU-Mitgliedstaaten sanktionierten russischen Zeitung gegeben hatte. Die Sanktionen waren ausgesprochen worden gegenüber Medien, die den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine „befeuern und unterstützen sowie die Nachbarländer destabilisieren“. Anfang 2025 sagte ein lettischer EKR-Fraktionskollege Kartheisers zum Radio 100,7, die Rüge nach dem Interview Kartheisers sei „die letzte gelbe Karte“ für den luxemburgischen EU-Abgeordneten gewesen.

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