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Feindbild Feminismus: Was Schockmel im „Wort“ schreibt – und wer widerspricht
Das Recht auf Abtreibung soll in die Luxemburger Verfassung – dafür gaben jetzt auch CSV und DP grünes Licht. Einer, dem das gar nicht passt, ist der DP-Abgeordnete Gérard Schockmel. Er hat seinen Unmut nun in einem Gastbeitrag für das Luxemburger Wort kundgetan und dabei tief in die Mottenkiste der Frauenfeindlichkeit gegriffen. Sogar die CSV ist empört.
Hält nicht viel vom Feminismus: der DP-Abgeordnete Gérard Schockmel Foto: Editpress/Julien Garroy
„Die Debatte hierzulande wird dominiert von der Ideologie des Feminismus in seiner hiesigen Ausprägung: eine rücksichtslose Ideologie, welche die eine Hälfte der Bevölkerung (Frauen) gegen die andere Hälfte (Männer) aufwiegelt, unsere Gesellschaft polarisiert, radikalisiert und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet.“ Der Satz klingt wie ein Zitat des Frauenhassers Andrew Tate, stammt aber aus der Feder eines liberalen Abgeordneten: Gérard Schockmel. Der Arzt, der seine Berühmtheit aus der Corona-Pandemie in politisches Kapital verwandelte und seit der Wahl 2023 für die Zentrums-DP im Luxemburger Parlament sitzt, hat aus seiner Ablehnung des Schwangerschaftsabbruchs in der Verfassung bislang keinen Hehl gemacht. Mit einem Gastbeitrag im Luxemburger Wort legt Schockmel nun allerdings noch ein paar Schippen drauf und gräbt ein patriarchales Welt- und Selbstverständnis aus, bei dem auch der CSV die Spucke wegbleibt.