Mecker-Mails gegen Grenzkontrollen

„Es gehen laufend Nachrichten von Betroffenen ein“

Langes Warten, dicke Luft? Die Luxemburger Regierung hat Bürger und Pendler dazu aufgerufen, ihr Erfahrungen mit den deutschen Grenzkontrollen zuzumailen. Jetzt gibt es eine erste Bilanz.

Deutschland kontrolliert seit Mitte September seine Binnengrenzen – auch die zu Luxemburg 

Deutschland kontrolliert seit Mitte September seine Binnengrenzen – auch die zu Luxemburg  Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Das Luxemburger Innenministerium hat eine E-Mail-Adresse eingerichtet, an die Bürger und Pendler Rückmeldung zu den deutschen Grenzkontrollen geben können. Über die Adresse grenzkontrollen@gouvernement.lu sollen die Menschen Feedback geben, das zur „zur positiven Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden“ beitragen soll.

„Die E-Mail-Adresse grenzkontrollen@gouvernement.lu wurde Anfang dieser Woche eingerichtet“, erklärt ein Sprecher des Innenministeriums gegenüber dem Tageblatt am Freitag. „Sie richtet sich an Bürger und/oder Pendler, die von den Grenzkontrollen betroffen sind und von deren Auswirkungen auf ihren Alltag berichten möchten.“

„Positive Resonanz“

Das Angebot wird offenbar angenommen – laut Regierung sind schon einige Mecker-Mails angekommen: „Die E-Mail-Adresse stößt auf positive Resonanz, es gehen laufend Nachrichten von Betroffenen ein“, sagt der Sprecher. 

Auch die Luxemburger Grenzgemeinden informierten die Bürger darüber, dass sie über die E-Mail-Adresse Rückmeldung geben können. Offenbar scheinen davon ebenfalls schon einige eingegangen zu sein. Laut dem Sprecher des Innenministeriums beklagen sich die Einwohner der Luxemburger Grenzgemeinden „generell über eine Zunahme des Verkehrs und lange Staus zu den Stoßzeiten in ihren Ortschaften, was ihre Lebensqualität beeinträchtigt“. 

Die Pendler melden sich ebenfalls. „Sie berichten von teils langen Wartezeiten und Staus an den Kontrollstellen und kritisieren den erheblichen Zeitverlust, den sie dadurch auf der Strecke zwischen dem Wohnort im deutschen Grenzgebiet und dem Arbeitsplatz in Luxemburg hinnehmen müssen“, heißt es aus dem Innenministerium.

Wenig Verständnis

Lob und Verständnis für die deutsche Aktion gibt es offenbar wenig. „Beide Gruppen stellen die Sinnhaftigkeit der Grenzkontrollen durch die Bundespolizei – fast ausnahmslos – infrage“, sagt der Sprecher.

Die deutsche Bundespolizei kontrolliert seit Mitte September 2024 wieder die Binnengrenzen der Bundesrepublik, auch im Grenzabschnitt zu Luxemburg. Dazu hat sie auch zwei permanente Kontrollstellen aufgebaut – auf der Trier-Autobahn A64 und an der A8 kurz hinter Schengen. Die Luxemburger Regierung hat dagegen Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt. Seit der vergangenen Woche werden auch Asylsuchende an den Grenzen von Deutschland zurückgewiesen. 

Die E-Mail-Adresse grenzkontrollen@gouvernement.lu wurde Anfang dieser Woche eingerichtet. Sie richtet sich an Bürger und/oder Pendler, die von den Grenzkontrollen betroffen sind und von deren Auswirkungen auf ihren Alltag berichten möchten.

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