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Energieminister Delles schließt Verlängerung des Strompreisdeckels aus

Wird der Strom noch teurer? „Ja“, sagt Energieminister Delles im Interview mit RTL. Eine Verlängerung des Strompreisdeckels schließt der DP-Politiker aus. Stattdessen wolle man die Verbraucher durch Investitionen ins Stromnetz entlasten.

„Der Strompreis ist etwas sehr Komplexes“, so Lex Delles (DP) am Freitag bei RTL

„Der Strompreis ist etwas sehr Komplexes“, so Lex Delles (DP) am Freitag bei RTL Foto: Editpress/Julien Garroy

„Wir haben in Luxemburg ein Monopol und das ist auch gut.“ Wer diesen Satz aus dem Mund eines liberalen Politikers hört, der mag sich verwundert die Ohren putzen. Aber genau das hat Lex Delles (DP) im Gespräch mit RTL am Freitagmorgen gesagt. Der Grund: Ein Monopol macht es dem Staat leichter, in das Netz zu investieren, ohne sich des Vorwurfs der Marktmanipulation auszusetzen. Und genau da möchte der Energieminister ansetzen: Indem der Staat in den Netzausbau investiert, soll der Netzkostenanteil am Strompreis des Endverbrauchers schrumpfen – oder zumindest nicht weiter steigen.

Eine Verlängerung des Strompreisdeckels, der derzeit die Luxemburger Strompreise noch unterhalb denen in Deutschland, Frankreich oder Belgien hält, schließt Delles indes aus: „Wenn wir den Strompreisdeckel verlängern, dann haben wir das Problem der hohen Preise eben 2027.“ Er wolle versuchen, den Preis „so niedrig wie möglich“ zu halten – aber die Elektrifizierung der gesamten Energieversorgung mache Investitionen nötig, um das Netz für zukünftige Generationen fit zu machen. Die Regierung wolle deswegen ihre geplanten Investitionen von 70 Millionen auf 115 Millionen erhöhen.

Deshalb sei es laut Delles auch nicht sinnvoll, jetzt weiterhin auf Gas zu setzen: „Beim Gas werden die Netzkosten genau wie beim Strom auf alle Gasverbraucher umgelegt. Wenn jetzt drei oder vier große Betriebe von Gas auf Strom umsteigen, dann wird das Netzentgelt für alle anderen Verbraucher teurer.“ Auch wenn gerade diejenigen, die jetzt in Elektroauto und Wärmepumpe investiert hätten, sich über den Tisch gezogen fühlen, zeigt Delles sich selbstsicher: Der Strom sei trotzdem immer noch die günstigste Alternative.

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