Freihandel

EU und Mercosur zwischen Angst und Hoffnung

Die Europäische Kommission hat die vorläufige Anwendung des EU-Mercosur-Handelsabkommens ab dem 1. Mai 2026 angekündigt. Doch die kritischen Stimmen sind nicht verklungen – wie eine Diskussionsrunde und auch die Einschätzungen von Experten aus Südamerika zeigen.

Protest in Brasilia gegen Agrotóxicos mit Demonstranten und Bannern für Umweltschutz und Gesundheitsschutz

Protest in Brasilia gegen die Verwendung von „Agrotóxicos“ Foto: Marcello Casal

Das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen schien nach mehr als 25 Jahre dauernden Verhandlungen in trockenen Tüchern. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte zusammen mit Vertretern der Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay am 17. Januar in Asunción das aus zwei Teilen – einem Partnerschaftsabkommen* und einem Interimshandelsabkommen – bestehende Abkommen unterzeichnet.

Letzteres soll nun vorläufig zur Anwendung kommen, was EU-Handelskommissar Maros Sefcovic als einen „wichtigen Schritt“ bezeichnete, „um unsere Glaubwürdigkeit als bedeutender Handelspartner unter Beweis zu stellen“. Die vier genannten südamerikanischen Staaten haben es bereits ratifiziert. Durch den Abbau von Zöllen – EU-Exporteure könnten jährlich mehr als vier Milliarden Euro einsparen und erhielten Zugang zu einem noch wenig erschlossenen Markt mit mehr als 260 Millionen Menschen – erhofft man sich Impulse für Wachstum, Innovation und Beschäftigung.

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