„The year after“
Die parteipolitischen Herausforderungen 2021
2020, allgemein als ein Jahr zum Abhaken und Vergessen gesehen, wird nachwirken: Noch ist die Pandemie nicht bewältigt und wird, je nach Geschwindigkeit der Impfungen und wohl auch nach Betrachtungsweise, medizinisch wenigstens noch einige Monate, wirtschaftlich und sozial eher Jahre spürbar sein. Was steht in diesem Kontext für Luxemburg parteipolitisch an? Der Versuch einer Prognose …
März-Kongress der LSAP mit eng zusammensitzenden Delegierten. Inzwischen so nicht mehr vorstellbar, in einigen Monaten wahrscheinlich wieder die Regel im politischen Leben Luxemburgs Foto: Tageblatt-Archiv
Es gab 2020 nur wenige Nebenschauplätze; allzu umfassend prägte Covid-19 das politische Geschehen. Kurz vor, oder besser zu Beginn der Krise fand ein letzter, einigermaßen normal verlaufender Parteikongress statt: Die LSAP traf sich, wenn auch schon ohne Begrüßungsküsschen, im März in Bascharage. Prägend dabei war die programmatische Grundsatzrede von Dan Kersch, Vize-Premier und Arbeitsminister der Dreierkoalition, der einen Prozess – der bereits auf dem Moutforter Parteikongress zum Ende der CSV-LSAP-Koalition offensichtlich geworden war – vorerst entschied: die Suche nach einer Parteilinie, weg von konsensuellem Mittragen etwa von Austeritätspolitik als Antwort auf die Finanzkrise 2008, hin zur Rückbesinnung auf linke und fortschrittliche Werte.