Gesundheitsversorgung

Die Hebammen wollen im Streit zwischen AMMD und CNS nicht vergessen werden

Luxemburgs Hebammen fordern mehr Mitsprache in der Gesundheitspolitik. Nachdem die AMMD angedroht hat, die Konvention mit der CNS zu kündigen, sehen sie die Gelegenheit, die Aufmerksamkeit auch auf ihre Forderungen zu lenken.

Eine Hebamme untersucht im Rahmen der Vorsorge eine Schwangere (gestellte Szene).

Eine Hebamme untersucht im Rahmen der Vorsorge eine Schwangere (gestellte Szene). Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

„Hebammen sind unverzichtbar für ein starkes Gesundheitssystem“, schreibt ihr Berufsverband ALSF (Association Luxembourgeoise des Sages-Femmes) in einer Mitteilung am Freitag. Nach dem Streit zwischen der Ärztevereinigung AMMD und der Gesundheitskasse CNS kritisieren auch die Hebammen zähe Verhandlungen. Die Tarife seien veraltet, Anpassungen blieben aus. Das erschwere moderne und wohnortnahe Betreuung. Auch beim Regierungsprojekt „1000 erste Tage“ seien die Hebammen außen vor geblieben. Das Projekt zielt auf die Verbesserung der mentalen Gesundheit von Müttern – von der Empfängnis bis zum zweiten Geburtstag des Kindes. Laut des Hebammenverbandes sei das quasi ihr Spezialgebiet.

Hebammen würden Familien von der Schwangerschaft bis nach der Geburt betreuen. Sie stärkten das Vertrauen, verhinderten Komplikationen und hälfen, Kosten zu senken. „Investitionen in Hebammen sind Investitionen in eine gesunde Gesellschaft“, so der Verband.

Die ALSF verlangt aber auch eine gerechtere Bezahlung und mehr Unabhängigkeit für Hebammen. Außerdem soll die geplante Studie zu den sogenannten Geburtshäusern endlich veröffentlicht werden. Der Verband will bereits seit Jahren hebammengeführte Strukturen in Luxemburg eröffnen, um bei Geburten nicht von Ärzten herumkommandiert zu werden. Nach Ansicht der ALSF könnten mehr ambulante Angebote Krankenhausaufenthalte verkürzen und das System entlasten. Die SLGO („Société luxembourgeoise de gynécologie et d’obstétrique“) sieht dieses Vorhaben kritisch. (hat)

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