Sonndesfro

Die CSV verliert, während die ADR an Zustimmung gewinnt

Wenn am Sonntag Wahlen wären … würde die CSV an Zustimmung verlieren, während die ADR gewinnt. Bei Neuwahlen könnte die Regierungskoalition nur noch knapp die Mehrheit halten.

Die Wählerstimmung in Luxemburg verändert sich: Die Umfrage zeigt, dass die CSV an Rückhalt verliert, während die ADR von wechselnden Wählerstimmen profitiert

Die Wählerstimmung in Luxemburg verändert sich: Die Umfrage zeigt, dass die CSV an Rückhalt verliert, während die ADR von wechselnden Wählerstimmen profitiert Symbolbild: Editpress/Didier Sylvestre

Zwei Jahre nach den Parlamentswahlen 2023 zeigt sich in Luxemburg ein verändertes politisches Bild. Damals hatte die CSV unter Premier Luc Frieden klar gewonnen, heute jedoch verliert die Partei deutlich an Zustimmung. Das geht aus der Ilres-„Sonndesfro“ von RTL und dem Luxemburger Wort hervor: Bei Neuwahlen am kommenden Sonntag könnte die CSV vier Sitze in der Chamber einbüßen. Bereits vor einem Jahr hatte die „Sonndesfro“ einen Rückgang der Sympathien für die Regierung festgestellt, jetzt hat sich dieser Trend noch verstärkt.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die CSV von 21 auf 17 Sitze fallen würde. Die DP, Koalitionspartner der CSV, bleibt mit 14 Sitzen unverändert. Auch „déi Lénk“ würde ihre zwei Sitze halten, während die Piraten einen abgeben und die Grünen einen gewinnen. Sowohl LSAP als auch ADR würden je zwei Sitze hinzugewinnen. Damit hätte die derzeitige Koalition nur noch eine knappe Mehrheit von 31 zu 29 Sitzen.

Ein Vergleich mit der letzten Umfrage zeigt deutliche Verluste für die Regierungsparteien: Die CSV verliert 3,8 Prozentpunkte, die DP 1,3 Prozentpunkte. Einzig die Grünen schneiden schlechter ab, während die ADR mit einem Plus von 2,3 Prozentpunkten als klarer Gewinner hervorgeht. Viele enttäuschte CSV-Wähler wechseln der Umfrage zufolge zur ADR. In diesem Trend sei auch die zunehmende Zustimmung zu rechtspopulistischen und nationalistischen Positionen in Luxemburg zu beobachten.

Neben der Parteipräferenz befragte die „Sonndesfro“ die Bürger auch zu aktuellen politischen Themen. 63 Prozent lehnen Entscheidungen der Regierung zu Rentenfragen ohne Einbindung von Gewerkschaften und Arbeitgebern ab. Beim Thema Abtreibung sprechen sich rund 70 Prozent für eine Verankerung in der Verfassung aus, während bei flexibleren Ladenöffnungszeiten vor allem jüngere Befragte zustimmen und ältere eher ablehnen. Auch die Frage nach höheren Militärausgaben spaltet die Generationen: Je älter die Befragten, desto eher befürworten sie eine Erhöhung des Budgets.

Der „Sonndesfro“ wurde zwischen dem 15. und 29. September 2025 unter 1.825 wahlberechtigten Personen durchgeführt. (DJ)

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