Luxemburg-Stadt
„Das Betteln ist alles, was mir bleibt“: Seit Freitag gilt die neue Regelung in der Hauptstadt
Zu bestimmten Uhrzeiten und an bestimmten Orten ist das Betteln seit Freitag in Luxemburg-Stadt verboten. Ein Besuch in der Oberstadt zeigt: Am ersten Tag der neuen Regelung nehmen die Dinge ihren gewohnten Lauf. Das wohl auch, weil einige Fragen zu den Sanktionen noch offen sind.
Ob mit einer Mütze oder einem Pappbecher: Von jetzt an ist es in Luxemburg-Stadt größtenteils untersagt, Vorbeigehende um Geld zu bitten Foto: Editpress/Julien Garroy
„Entschuldigung, haben Sie vielleicht etwas Kleingeld für mich?“, fragt Mike schon fast schüchtern und erklärt, dass er auf der Straße lebt. Kurz nach 12.30 Uhr steht er am Freitag vor einem Supermarkt an der avenue de la Porte-Neuve und bewegt sich in der Zone, in der seit diesem Tag zwischen 7.00 und 22.00 Uhr ein sogenanntes Bettelverbot gilt. Schon im März wollte die Gemeinde dieses durch eine Anpassung der Polizeiverordnung durchsetzen. Die damalige Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) legte aber ihr Veto ein. Anfang der Woche nun kippte ihr Nachfolger Léon Gloden (CSV) diese Entscheidung.