Kommandoübergabe
Claude Robinet ist neuer Chef der Armee
Der bisherige „Chef d’état-major“ der Streitkräfte Luxemburgs geht in Rente. Er übergab bei einer Militärparade das Kommando an seinen Nachfolger. Dieser bringt Erfahrungen aus Kosovo und Afghanistan mit.
Steve Thull (r.) übergab am Montag das Kommando an seinen Nachfolger Claude Robinet (l.) Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Bei der Luxemburger Armee stand am Montag ein Führungswechsel auf dem Programm. Der bisherige „Chef d’état-major“, General Steve Thull, geht nach sechs Jahren an der Spitze der Streitkräfte in den Ruhestand. Seine militärische Laufbahn dauerte insgesamt 39 Jahre. Thull übergab am Montag bei einer Militärparade in Mersch das Kommando an seinen Nachfolger, Claude Robinet. Gleichzeitig wurde dieser vom Rang des Colonels zum General befördert. Neben Verteidigungsministerin Yuriko Backes (DP) waren auch Armeechefs aus Belgien, Deutschland, Estland, Frankreich, Lettland, Litauen und Rumänien anwesend.
Erfahrungen in Kosovo und Afghanistan
Robinet studierte von 1995 bis 1999 an der „Ecole royale militaire“ in Brüssel. Anschließend diente er 2002 als Chef der luxemburgischen KFOR-Beteiligung im Kosovo. Als Teil einer belgischen Kompanie war er ebenfalls in Afghanistan im Einsatz. Nach diesen Erfahrungen spezialisierte er sich im Bereich der Logistik. So war er von 2011 bis 2012 für den Schutz des Kabuler Flughafens und ab 2013 für die Logistik der Armee des Großherzogtums zuständig. Weitere Erfahrungen sammelte er als Vertreter bei der NATO sowie bei einem Studium in den USA. Schwerpunkt: unter anderem autonome Waffensysteme.

Claude Robinet, der neue „Chef d’état-major“ Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Als neuer Chef der Armee plant Robinet, als Weiterführung der Projekte seines Vorgängers, das gemeinsame Bataillon der belgischen und luxemburgischen Streitkräfte weiterzuentwickeln. Einer der Schwerpunkte dabei: Drohnen sowie Luft- und Raketenabwehr. Sein Vorgänger Thull hatte vergangene Woche noch ausgesagt, von den kürzlich in Luxemburg gesichteten Drohnen gehe keine Gefahr für die Bevölkerung aus. Robinet sagte in seiner Rede, sein Ziel sei eine diversere Armee, die bereit sei, die Herausforderungen der Zukunft anzugehen. Und: einsatzfähige, bereite, leistungsfähige und entschlossene Streitkräfte, die jedem Einsatz gewachsen sind.