Südamerika
Chiles schwieriger Prozess: Außenminister Jean Asselborn über einen möglichen Rechtsruck
Am 11. September vor 50 Jahren putschte sich in Chile das Militär unter General Augusto Pinochet an die Macht und stürzte den demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende. Außenminister Jean Asselborn war bei der Gedenkveranstaltung in Santiago de Chile. Mit dem Tageblatt sprach er über den Verfassungsreformprozess in dem südamerikanischen Land sowie über den möglichen Rechtsruck in Argentinien und Chile.
Demonstranten erinnern in Santiago de Chile am Vortag des Gedenktages zum Militärputsch von 1973 an die „Desaparecidos“ (die „Verschwundenen“), die Gefolterten und Getöteten der Militärdiktatur (1973-1990) Foto: Javier Torres/AFP
Bereits am Vorabend des 50. Jahrestags des Militärputsches gedachten Tausende Menschen der Opfer des Pinochet-Regimes. Sie zogen durch die Straßen der Hauptstadt Santiago zum Hauptfriedhof, wo sich das Grab des 1973 gestürzten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende befindet. Auf dem Friedhof erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer der Militärdiktatur. Unterwegs hielt die Menschenmenge am Präsidentenpalast La Moneda an. Nach Angaben der chilenischen Regierung schloss sich der linke Präsident Gabriel Boric dem Gedenkmarsch an.