Erziehung
Bildungsminister Meisch will Angebote für schulische Inklusion in Luxemburg ausbauen
Unter dem Eindruck einer steigenden Gewalt unter Jugendlichen und einer Zunahme der Zahl von Schülern mit spezifischem Förderbedarf stellt sich die Frage, wie mit „Systemsprengern“ umzugehen ist und ein geregelter Schulunterricht gewährleistet werden kann.
Es kommt darauf an, einen geregelten Unterricht zu gewährleisten Foto: Fabrizio Pizzolante
Im Vordergrund stehen seit Tagen der Fall von eskalierender Gewalt von sechs Jugendlichen gegen einen 14-Jährigen im Bonneweger Park Kaltreis und die unfassbare Tat im Umfeld des „Lycée technique du Centre“ Ende Februar, bei der ein 14-jähriges Mädchen eine Mitschülerin mit einem Messer verletzt hatte. Die Gewalt stand auch im Zentrum der Parlamentsdebatte, während der Bildungsminister Claude Meisch (DP) bereits den Aktionsplan angekündigt hatte, den er am Montagvormittag vorstellte. Die Gründe, die hinter dem zunehmenden Gewaltproblem stecken, sind vielfältig, betont er ein ums andere Mal. Jedenfalls sind es keine Einzelfälle von sogenannten „Systemsprengern“ mehr, sondern ein flächendeckendes Phänomen. Der Minister verweist einmal mehr auf den Überkonsum von Smartphones, der dabei eine Rolle spiele.
Nun hat Meisch Details seines Aktionsplans für eine bessere schulische Inklusion vorgestellt. Seit 2017 wurde das Betreuungssystem für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf reformiert, um die schulische Inklusion zu verbessern und allen betroffenen Schülern die für ihre Entwicklung und ihren Erfolg notwendigen Begleitmaßnahmen anzubieten. Dies schlug sich sowohl in erheblichen Investitionen in Personal als auch in der Umsetzung struktureller Anpassungen nieder, um den steigenden Bedürfnissen der Schüler gerecht zu werden. So stieg etwa die Zahl der Mitarbeiter im Rahmen dieses Systems von 645 im Jahr 2017 auf 1.902 im Jahr 2025. Die Einrichtung von Teams zur Unterstützung von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, „Équipes de soutien des élèves à besoins éducatifs spécifiques“ (ESEB), sowie von Lehrern und Assistenten, die auf die Schulbildung von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf spezialisiert sind (I-EBS und A-EBS), habe es ermöglicht, so Meisch, die individuelle Betreuung der Schüler in der Schule zu verstärken und eine koordinierte und interdisziplinäre Betreuung sicherzustellen.