Ausbau der Kinderbetreuung in Luxemburg
Betreuungsgarantie bis 2030: Bildungsminister Meisch bleibt genaue Zahlen schuldig
Der Piraten-Abgeordnete Marc Goergen hat sich in einer parlamentarischen Frage zu den Betreuungsplätzen in Kindertagesstätten an Bildungsminister Claude Meisch gewandt. Genaue Zahlen nennt der Minister nicht, will jedoch mit Beratern und einer besseren Gesamtübersicht aushelfen.
Wie viele Betreuungsplätze braucht es in Luxemburg? Eine genaue Aufschlüsselung liefert Bildungsminister Claude Meisch nicht. Foto: Editpress-Archiv/Pierre Matgé
Die Regierung will laut Koalitionsabkommen bis 2030 jedem Kind in Luxemburg einen Betreuungsplatz in einer Crèche sicherstellen. Wie viele Plätze braucht es dafür noch in Luxemburg und wie wollen CSV und DP das erreichen? Das fragt der Piraten-Abgeordnete Marc Goergen in einer parlamentarischen Frage an Bildungsminister Claude Meisch (DP) nach. Dieser reagiert ausweichend: Den Bedarf an Betreuungsplätzen könne man nicht an einer nationalen Zahl festmachen, sondern müsse regions- und gemeindespezifisch betrachtet werden. „Weil der Bedarf regional unterschiedlich ist und stark von der demografischen Entwicklung abhängig ist“, meint der DP-Minister. Verschiedene Regionen weisen immer noch ein starkes Manktum an Betreuungsstellen auf, während andere „eine stabilere Entwicklung aufweisen“ würden. Genaue Zahlen nennt der Bildungsminister in seiner Antwort an den Piraten-Abgeordneten nicht.
Berater und bessere Übersicht
Der Staat stellt den Luxemburger Gemeinden zwei Instrumente zur Verfügung. Zum einen wird den Gemeinden ein Berater zur Seite gestellt. Dieser soll die Gemeinden bei der Entwicklung der Betreuungseinrichtungen begleiten und ihnen bei der Nachfrageanalyse helfen. Zudem wurde laut Minister Meisch eine Übersicht über die bestehenden Betreuungsplätze auf Gemeindeebene ausgearbeitet, um eine bessere Planungsbasis zu bieten.
Wie viel Kapazität tatsächlich bis Ende des Jahrzehnts gebraucht wird, hängt auch von der Nutzung des „Chèque-service accueil“ (CSA) ab. Rund zwei Drittel der Kinder in Luxemburg nutzen aktuell die staatliche Betreuungsfinanzierungshilfe, so das Ministerium.
Eine genaue Übersicht, wie viele Kinder zurzeit auf einen Betreuungsplatz warten, gibt das Bildungsministerium nicht an. Das liege daran, dass die Wartelisten von den zuständigen Gemeinden aufgestellt werden. Noch Ende dieses Jahres will das Ministerium eine neue Umfrage bezüglich der Wartelisten durchführen, um herauszufinden, wie viele Kinder keinen Platz erhalten haben.
Keine Wartelisten mehr bis 2030?
Im Jahresvergleich von 2024 und 2025 ist das Angebot an Plätzen für die non-formale Bildung um 7,6 Prozent gestiegen. Hierzu gehören sowohl Kindertagesstätten (SEAJ, SEAS) als auch Teilelternschaft (AP) und Freizeitbetreuung. „Zu präzisieren ist, dass ein und derselbe Platz von mehreren Kindern, natürlich in unterschiedlichem Zeitraum, besetzt werden kann“, so Meisch. Zu erwähnen sei auch, „dass im April 2026 11.148 Plätze in den Kindertagesstätten und „Mini-Crèches“ nicht besetzt waren“.