Bommeleeër-Prozess
Berufungsverfahren beginnt Ende Oktober
Das Berufungsverfahren im zweiten Bommeleeër-Prozess beginnt laut Radio 100,7 am 27. Oktober. Vier ehemalige hochrangige Gendarmerieoffiziere müssen sich erneut vor Gericht verantworten.
Ende Oktober müssen sich vier ehemalige Gendarmerieoffiziere erneut vor Gericht verantworten Illustration: Editpress/Kim Kieffer
Das Berufungsverfahren im zweiten Bommeleeër-Prozess findet zwischen dem 27. Oktober und dem 10. November statt. Das meldete Radio 100,7 am Dienstag. Die ehemaligen Gendarmerieoffiziere Pierre Reuland, Aloyse Harpes, Guy Stebens und Armand Schockweiler müssen sich demnach erneut vor Gericht verantworten.
Reuland, ehemaliger Leiter der „Brigade mobile de la Gendarmerie“ (BMG) und späterer Generaldirektor der Polizei, war im ersten Verfahren wegen Falschaussage zu drei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt worden. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Sowohl Reulands Anwalt als auch die Staatsanwaltschaft legten Berufung ein. (les)
Ein Rückblick
Im Januar 1984 stehlen die Täter in einem Gipsstollen in Helmsingen Sprengstoff und Zündvorrichtungen. Nach Testsprengungen folgt am 30. Mai 1984 der erste richtige Anschlag auf den Hochspannungsmast in Beidweiler. Nachdem dieser fehlschlägt, sind die Täter drei Tage später erfolgreich und der Mast knickt um. Zwei Jahre lang halten die Bombenleger die Behörden zum Narren, bis am 25. März 1986 vor dem Haus des pensionierten Gendarmerie-Chefs Wagner die letzte Bombe explodiert. Dazwischen kommt es zu 20 weiteren Anschlägen, etlichen Sprengstoffdiebstählen und einem Erpressungsversuch.
Eine Ermittlungsgruppe kommt zum Schluss, dass nur die ehemaligen Mitglieder der „Brigade mobile de la Gendarmerie“ (BMG) als Täter infrage kommen. Bei den Verhören fällt der Verdacht schnell auf Marc Scheer und Jos Wilmes, die am 23. November 2007 verhaftet werden.
Zum Auftakt des Prozesses kommt es am 25. Februar 2013. Dauern sollte dieser drei Monate. Es wird allerdings rasch klar, dass die juristische Aufarbeitung der Attentatsserie weitaus länger dauern wird. Gleichzeitig werden die beiden Angeklagten von Anfang an nur eine Nebenrolle im Prozess einnehmen. Am 2. Juli 2014 setzt die Kriminalkammer unter Vorsitz von Richterin Sylvie Conter den Prozess für die Dauer weiterer Ermittlungen aus. Rund 100 Zeugen haben bis zu diesem Zeitpunkt vor Gericht ausgesagt.