Serie
Asylbewerber zwischen Hoffen und Bangen: Ahmed Kassem will ein Arbeitsvisum
Sie sind schon seit Jahren in Luxemburg, arbeiten, leisten Freiwilligendienst, absolvieren eine Ausbildung oder gehen zur Schule. Doch ihre Asylanträge wurden abgelehnt. Der Syrer Ahmed Kassem ist der Dritte aus einer Reihe von Migranten, die das Tageblatt vorstellt, und die sich in einem Zustand zwischen Hoffen und Bangen befinden.
Ahmed Kassem berichtet von seinen Erfahrungen als Asylsuchender in Luxemburg Foto: Editpress/Hervé Montaigu
„Wo soll ich anfangen?“, fragt Ahmed Kassem. Er sitzt mit dem Rücken zur Theke des Cafés, in dem wir uns im September 2024 kennenlernten. Damals schwärmte Kassem von seiner Teilnahme an dem inklusiven Opernprojekt „pOpera“ der Fondation Eme, erzählte von seiner Leidenschaft für Musik und Literatur. Er hoffte auf eine baldige Entscheidung des Innenministeriums zu seinem Asylantrag. Fünf Monate nach unserem ersten Treffen holt er an derselben Stelle Plastikhefter aus seiner Aktentasche hervor und schiebt einen mehrseitigen Ablehnungsbescheid der luxemburgischen Einwanderungsbehörde über den Tisch. Dieser erreichte ihn im Oktober letzten Jahres.