Referendum 2015
Als Koalition, Gewerkschaften, Arbeitgeber, Medien und Kirche bloßgestellt wurden
Es ist eines jener Jubiläen, an das sich regierende Parteien nur ungern erinnern: Am 7. Juni vor fünf Jahren musste die Dreierkoalition beim Dreifach-Referendum eine herbe Niederlage einstecken. Nicht nur das vorgeschlagene Wahlrecht für Nicht-Luxemburger wurde mit einer erdrückenden Mehrheit zurückgewiesen, sondern ebenfalls die zeitliche Begrenzung der Ministermandate und das Herabsetzen des aktiven Wahlalters. Das Ergebnis spiegelte die damalige Stimmung einer mehrheitlich für das Ausländerwahlrecht noch verschlossenen Bevölkerung wider, wurde jedoch auch als nachträgliche Ohrfeige an drei Parteien interpretiert, die zwei Jahre zuvor die CSV ausgebootet und dem Land ein Sparpaket aufgebrummt hatten.
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Die neue Koalition war mit dem erklärten Ziel angetreten, die Fenster weit aufzureißen. Sie wollte das Land vom alten Mief des CSV-Staates befreien. LSAP und DP, bisher kleine Koalitionspartner einer starken CSV, sahen die Chance gekommen, ihre Reformfantasie ungezügelt ausleben zu können. Das Land sollte gesellschaftspolitisch an das 21. Jahrhundert angepasst werden, nachdem es wirtschaftlich längst das von der Schwerindustrie geprägte Zeitalter verlassen hatte.