COP30
Abgeordnete zweifeln an Luxemburgs Vorreiterrolle im Klimaschutz
Die Ziele der UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém waren ambitioniert, so wie es sich für Klimakonferenzen gehört. Auch eine Gruppe luxemburgischer Politiker, Fachleuten und Aktivisten machte sich auf den Weg, während andere digital teilnahmen. Im Rahmen einer aktuellen Stunde diskutiert die Chamber am Dienstag über den Gipfel und ist sich einig: Ein gutes Ergebnis sieht anders aus.
Kritisiert die Haltung der Regierung in puncto Klimaschutz: die Grünen-Abgeordnete Joëlle Welfring Foto: Editpress/Julien Garroy
Paul Galles (CSV) zeigt sich „relativ enttäuscht“. Brasiliens Regierung habe im Vorfeld als Stakeholder im Schutz des Regenwaldes Hoffnung geweckt. Das habe man von den vorherigen Gastgeberländern, den Ölstaaten Dubai und Aserbaidschan, schließlich nicht erwarten können. Dennoch blieben die Ergebnisse hinter den Erwartungen zurück. „Welches Gewicht hat eigentlich noch der Klimaschutz?“, fragt Galles, der zusammen mit Joëlle Welfring („déi gréng“) die Chamber beim Klimagipfel vertrat. Seine Enttäuschung stamme auch daher, dass die geopolitische und die ökonomische Dimension so dominant seien, dass sich mittlerweile die Frage stelle, ob der Klimaschutz auf einer Klimakonferenz überhaupt noch Platz habe. Man müsse Weltpolitik, Ökonomie und Ökologie zusammen denken, so der CSV-Abgeordnete. Mit Blick auf das Fernbleiben der USA kommt Galles zum Schluss, dass der Multilateralismus auch ohne die Vereinigten Staaten funktioniere. Das zeige sich an Zusatz-Initiativen, wie der kolumbianischen Roadmap „Transition Away from Fossil Fuels“, die von 86 Staaten unterstützt wird, darunter Luxemburg. „Der UN-Klimagipfel wird immer davon leben, dass Länder vorangehen“, so Paul Galles.