SHAEF-Logo
100,7: ADR-Mann Hardy nutzte Reichsbürger-Symbol als Profilbild
Dan Hardy beim ADR-Kongress im März 2023 Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Der ADR-Vizepräsident Dan Hardy hat als WhatsApp-Profilbild das Logo der „Supreme Headquarters, Allied Expeditionary Force“ (Shaef) genutzt. Das berichtet 100,7 am Freitagmorgen. Das „Shaef“-Logo ist laut dem Radiosender in der deutschen Reichsbürgerszene und bei den Verschwörungsideologen von QAnon verbreitet. Hardy ist auch ADR-Kandidat für den Luxemburger Süden bei den Chamberwahlen am 8. Oktober.
Der deutsche Verfassungsschutz erklärt, dass das „Shaef“ während des Zweiten Weltkriegs das Oberkommando über die alliierten Streitkräfte in Europa ausübte. Obwohl es nach Kriegsende aufgelöst wurde, gehen Verschwörungstheoretiker davon aus, dass es weiterhin aktiv sei und die entsprechenden „Shaef-Gesetze“ noch immer Gültigkeit hätten. „Im Kern wird behauptet, dass es sich bei der Bundesrepublik Deutschland nach wie vor um einen besetzten Staat handelt. Dementsprechend wird auch die gültige Rechtsordnung nicht anerkannt“, schreibt der deutsche Inlandsnachrichtendienst zur „Shaef-Ideologie“.
Profilbild schnell geändert
100,7 berichtet, dass Reporter des Senders Dan Hardy auf einem ADR-Kongress vor zwei Tagen auf das Symbol angesprochen hätten. Hardy habe eine Erklärung dazu abgelehnt – und „eine Minute danach sein Profilbild geändert“. Parteichef Fred Keup habe eine Stellungnahme zu dem Vorfall abgelehnt.
Auch zum Rücktritt der Vizepräsidentin der ADR-Organisation „ADR International“ – Anne-Marie Yim – wollte sich Keup nicht äußern. Yim hatte Verbindungen zur rechtsextremen Organisation „Civitas“ aufgebaut, die in Frankreich verboten werden soll. Laut 100,7 habe die Parteispitze rund um Keup, Fernand Kartheiser, Tom Weidig und Gast Gibéryen bereits im Februar über den Fall Yim gesprochen, „um einen Grund zu suchen, sie nicht im Zentrum auf die Liste für die Chamberwahlen“ zu setzen. Keup und Kartheiser hatten in unterschiedlichen Medien erklärt, nichts von den Verbindungen zu „Civitas“ zu wissen.
Ende Juli war ein ADR-Chamberkandidat für den Bezirk Osten zurückgetreten, nachdem auf seinem Facebook-Profil unter anderem Fotos entdeckt worden waren, die ihn in einem T-Shirt mit SS-Runen zeigten.