Editorial
Wie lassen sich Kriege und andere gewaltsame Konflikte beenden oder gar verhindern?
Flucht vor der Gewalt der Gangs, die Haitis Hauptstadt Port-au-Prince beherrschen Foto: AFP/Clarens Siffroy
Die Vereinigten Staaten von Amerika wurden auf zwei Verbrechen gegründet: auf der Sklaverei und der Ausrottung der indigenen Bevölkerung. Derjenige, der das in einem Interview sagte, war der am 30. April verstorbene US-Schriftsteller Paul Auster. In seinem 2023 erschienenen Buch „Bloodbath Nation“ befasst er sich mit der Frage, was die USA zum „gewalttätigsten Land der westlichen Welt“ mache. Bis zuletzt setzte sich Auster gegen Donald Trump ein, dessen Aufstieg gezeigt habe, dass die amerikanische Demokratie auf wackeligen Füßen stehe. Dass sie auch auf Rassismus und Gewalt gebaut ist, zeigte einmal mehr, was am 21. März geschah: In Chicago töteten vier Polizisten einen Schwarzen bei einer Verkehrskontrolle und gaben dabei 96 Schüsse ab. Sie hatten ihn angehalten, weil er nicht angeschnallt war.