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Wider das binäre Denken
Mit Bezug auf den Nahostkonflikt und den öffentlichen Diskurs dazu hat Stefan Kunzmann in einem Editorial eine Polarisierung beschrieben, die Komplexität und Differenzierung ausschließt.
Foto: Omar Al-Qattaa/AFP
In der Tat: Allgemein stellt man eine Tendenz fest zum binären Denken. Einem Denken in der Kategorie des „Entweder … oder“. 1 oder 0. Für oder gegen. Nichts daneben, nichts dazwischen. Zu den Grundsätzen der Logik gehört schließlich der Satz vom ausgeschlossenen Dritten. Es regnet oder es regnet nicht. Aber was ist, wenn es nieselt? Ja, ich weiß, Nieselregen ist auch Regen. Dennoch, bei allem Respekt vor der unverzichtbaren aristotelischen Logik: In den politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen wird der (falsch verstandene) Satz vom ausgeschlossenen Dritten zu einer ideologischen Waffe.