Fred Keup provoziert Hassrede
Wer die politische Gegenseite öffentlich als Freaks bezeichnet, hat in der Chamber nichts verloren
Der ADR-Abgeordnete Fred Keup teilt auf Facebook das Video eines Protests gegen Rechts und bezeichnet die Menschen als Freaks. Seine Follower sind angeheizt, Keup schaut zu.
Nimmt hin, dass auf seinem öffentlichen Facebook-Profil Hassrede geteilt wird: der ADR-Abgeordnete Fred Keup Foto: Editpress/Alain Rischard
Tom Weidig (ADR) kam mit einem blauen Auge davon: Die Staatsanwaltschaft verwarnte den Abgeordneten vor zwei Wochen, nachdem er einen homofeindlichen Facebook-Kommentar gelikt hatte. Der Verfasser erhielt eine Geldstrafe. Statt Lehren daraus zu ziehen, legt Weidigs Parteikumpel Fred Keup jetzt nach. Auf seinem Facebook-Account teilt er ein Video von einer Protestrede gegen Rechts in Deutschland und kommentiert: „Kuckt iech se un! Déi Freaken“. Was genau Keup freaky findet, ist unklar. Den Antifaschismus? Die Person, die spricht, und mit ihrer Art Geschlechternormen durchbricht? Beides ist denkbar. Und die Kommentarspalte tobt. Die Beiträge reichen von vulgärem Stammtischgeschwätz bis hin zu strafbarer Hassrede. Glücklicherweise halten Einzelne dagegen. Danke dafür. Doch wieder heizt ein ADR-Abgeordneter seine Fans an. Gießt Öl ins Feuer. Nimmt für ein paar Likes starke verbale Gewalt gegen Menschen hin, die ein anderes Weltbild vertreten. Männer wie Keup und Weidig sind ihres Amtes deshalb nicht mehr würdig, denn dafür braucht es Verantwortungsbewusstsein. Trump und Co. sind keine Vorbilder, denen es nachzueifern gilt. Wer sich nicht anders zu helfen weiß, als die politische Gegenseite als Freaks zu diskreditieren oder sich ihre Vernichtung herbeizuwünschen, hat im politischen Diskurs nichts verloren. Kuckt Iech se un. Déi Freaken.