Editorial

Von der Leyens neue Kommission ist männlich rechts

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte gestern im Europäischen Parlament in Straßburg ihre neue Kommission vor

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte gestern im Europäischen Parlament in Straßburg ihre neue Kommission vor Foto: Frederick Florin/AFP

Mit rund einer Woche Verspätung hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag im Europäischen Parlament in Straßburg die Zusammensetzung ihrer neuen Kommission vorgestellt, die eine ungerechtfertigte Hegemonialstellung der Europäischen Volkspartei (EVP) in dieser bedeutenden EU-Institution widerspiegelt. Immerhin 15 der 27 Mitglieder der künftigen Kommission gehören der EVP an oder können ihr zugerechnet werden. Das steht in keinem Verhältnis zu jener Mehrheitskoalition im Europäischen Parlament (EP) bestehend aus den EVP-Konservativen, den Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen, die die Kommissionschefin unterstützt. Dass diese selbst nur einen beschränkten Einfluss auf die Zusammensetzung ihrer Behörde hat und die nationalen Regierungen entscheiden, wen sie nach Brüssel entsenden, wurde am Dienstag mehrfach zur Erklärung manifester Unausgewogenheiten hervorgehoben. Etwa als die zwar angestrebte, jedoch verfehlte Parität zwischen Frauen und Männern im Gremium kritisiert wurde. Dennoch freute sich Ursula von der Leyen, dass sie den Frauenanteil von ursprünglich 22 Prozent nach Gesprächen mit verschiedenen Regierungschefs auf 40 Prozent heben konnte. Dieses Manko versuchte die Kommissionschefin damit zu kompensieren, indem sie vier Frauen und bloß zwei Männer zu geschäftsführenden Vizepräsidentinnen nominierte.

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