Kommentar
Ventura liegt bei Portugiesen in Luxemburg klar vorn
Der Kandidat der rechtsextremen Chega-Partei hat im ersten Wahlgang der portugiesischen Präsidentschaftswahl bei den in Luxemburg lebenden Portugiesen mit großem Vorsprung die meisten Stimmen erhalten.
André Ventura (Chega) lag im ersten Wahlgang zwar deutlich hinter António José Seguro, kommt aber als Zweiter in die Stichwahl und ist besonders unter den in Luxemburg lebenden Portugiesen beliebt Foto: Filipe Amorim/AFP
Am 8. Februar kommt es zur ersten Stichwahl um die portugiesische Präsidentschaft seit 40 Jahren – und zum Showdown zwischen António José Seguro vom Partido Socialista (PS) und André Ventura von der rechtsextremen Chega. Seguro hat im ersten Wahlgang 31 Prozent erreicht und ein politisches Comeback gefeiert. Er forderte noch in der Nacht nach der Wahl „alle Demokraten, alle Progressiven und alle Humanisten“ auf, für ihn zu stimmen, um jene zu besiegen, „die Hass und Spaltung unter den Portugiesen säen“. Seguro war einst Minister unter dem früheren Premierminister António Guterres und zog sich vor zehn Jahren aus der Politik zurück. Seine Partei, 1973 im deutschen Bad Münstereifel gegründet, hat bei den Parlamentswahlen im vergangenen Jahr das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte erzielt.
Ventura kam auf 23,5 Prozent und bestätigte den Aufwärtstrend der Ultrarechten. Der 43-jährige ehemalige TV-Sportkommentator rief zum Kampf gegen „das Regime der Nelkenrevolution“ auf, hetzte gegen Migranten und ließ die Nostalgie für die Diktatur von António de Oliveira Salazar und dessen Estado Novo wieder aufleben. Er hatte Chega erst 2019 gegründet. Bei der Wahl ließ er den konservativen Kandidaten Luís Marques Mendes (Partido Social Democrata/PSD) weit hinter sich. Ministerpräsident Luís Montenegro (PSD) verzichtete auf eine Empfehlung für die Stichwahl.