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Süd-Tram oder schnelle Tram

Gedanken zur Weiterentwicklung von Luxemburgs Tram.

Süd-Tram oder schnelle Tram

Foto: Vincent Lescaut/L'essentiel

Bereits vor über 20 Jahren kam der Wunsch nach einer direkten Eisenbahnlinie zwischen Luxemburgs zwei größten Städten, Luxemburg und Esch/Alzette, auf. Bereits damals kam der Alternativvorschlag auf den Tisch, diese direkte Bahnlinie, anstatt mit klassischen Zügen, doch mit Train-Tramfahrzeugen zu befahren, um somit umsteigefreies Fahren zwischen noch zu bauenden innerstädtischen Tramnetzen in Luxemburg und im Süden zu ermöglichen.

Als Minister François Bausch („déi gréng“) das Projekt der schnellen Tram zwischen Luxemburg und Esch/Alzette, trassiert entlang der Autobahn, vorstellte, schien dieser langgehegte Wunsch in Erfüllung zu gehen: eine bis zu 100 km/h schnelle und dennoch umsteigfreie Verbindung zwischen den Zentren Luxemburg Stadt einerseits und Esch-Belval-Beles andererseits.

Jede/jeder Bahninsider*in dürfte wohl davon ausgegangen sein, dass der Trambetrieb innerstädtisch, logischerweise und wie allgemein üblich, auf Sicht, auf den Überlandstreckenabschnitten jedoch, wie bei Eisenbahnen, in gesicherten Blockabschnitten durchgeführt würde. Die Vorteile einer solchen Betriebsführung auf den Überlandstreckenabschnitten liegen auf der Hand: Höhere Geschwindigkeiten bedeuten kürzere Fahrzeiten sowie eine höhere Streckenkapazität, was wiederum eine höhere Kundenakzeptanz bedeutet; keine Geschwindigkeitsbeschränkungen bei schlechten Sichtverhältnissen, demnach mehr Fahrplanstabilität, was sich wiederum positiv auf die Einfädelung in die jeweiligen innerstädtischen Bereiche auswirkt; wesentlich höhere Sicherheit, sind doch Auffahrunfälle ausgeschlossen.

Die einzusetzenden Fahrzeuge könnten Train-Tram-Fahrzeuge sein. Somit könnte die Möglichkeit genutzt werden, verschiedene Bahnstrecken im Süden mit in das Konzept einzubinden. Zudem bieten solche Fahrzeuge bei höheren Geschwindigkeiten mehr Laufruhe und einen höheren Komfort als klassische Trams.

Daher war es etwas irritierend zu lesen, dass Luxtram derzeit eine durchgehend auf Sicht (maximal 80 km/h) zu befahrende Strecke plant und die Ansicht vertritt, dass es wohl einer höheren Anzahl an Fahrzeugen, jedoch keines zweiten Fahrzeugtyps bedarf. Auch scheint die Fahrzeit aus Sicht der Verantwortlichen nur noch eine eher untergeordnete Rolle zu spielen. Man höre und staune …, ob das Projekt in seiner heutigen Form etwa das Potenzial eines Megaflops hat? Hoffentlich nicht, ist eine effiziente Verbindung auf dieser Strecke doch unverzichtbar.

Zu Kopfschütteln führte zudem die Reaktion von Ressortministerin Yuriko Backes auf einen Vorschlag ihres Parteikollegen, des Nordabgeordneten Marc Hansen: Man möge doch prüfen, inwiefern Tramprojekte auch in anderen Landesregionen Sinn machen könnten. Die Vorschläge des Herrn Hansen sind nämlich keineswegs lächerlich, sondern absolut konstruktiv und im Interesse der Bevölkerung. Optimierungsbedarf besteht nicht bloß im Süden des Landes …

1 Kommentare
Nomi 11.07.202615:45 Uhr

Ob Esch hun mer schons d'CFL.
Et kennt een d'CFL mei' effizient machen wann eng Gleisverbindung vun Leideng-Gare bis Scheffleng/Esch geif gebaut ginn. Mee net mat 10 Johr Bauzeit!

Et wir och mei' wichteg fir den TRAM an der Staadt an sengen Quartieren auszebauen als den TRAM ob Esch !!! Dann kennten vill Monsterbusser aus dem Staadt-Traffik verschwannen !

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