Editorial
Senegals neuer Präsident steht für eine historische Wende
Der neue Präsident Bassirou Diomaye Faye bei der Vereidigung am 2. April in Dakar Foto: John Wessels/AFP
In seinem viel beachteten Werk „Afrotopia“ forderte der senegalesische Wirtschafts- und Kulturwissenschaftler Felwine Sarr für Afrika eine Abkehr von westlichen Maßstäben und eine Neuorientierung an den afrikanischen kulturellen Wurzeln und gesellschaftlichen Organisationsformen. Der 2016 erschienene Essay ist Ausdruck eines neuen afrikanischen Selbstbewusstseins. Nach den Putschen in Guinea, Burkina Faso, Mali, Niger und Gabun, angesichts des seit einem Jahr tobenden Krieges, der Sudan zu zerstören droht, und der unzähligen Konfliktherde auf dem Kontinent scheint die Aufbruchsstimmung zerstoben zu sein. Bleibt „Afrotopia“ ein frommer Wunsch und eben doch nur eine Utopie?