Editorial
Reich und sensibel: Ein Bauträger und der Streisand-Effekt
Wer Geld hat, kann klagen Foto: Editpress/Alain Rischard
Kennen Sie den Streisand-Effekt? Gemeint ist damit nicht der tosende Applaus, der losbricht, wenn die legendäre US-Sängerin Barbra Streisand die Bühne betritt. Vielmehr geht es um die Klage, die einem Fotografen 2003 ins Haus flatterte, als die Diva auf einer seiner Luftaufnahmen ihr Haus entdeckte und ihre Persönlichkeitsrechte dadurch verletzt sah. Durch den Prozess erhielt das zuvor unbekannte Bild große Aufmerksamkeit, zirkulierte schon bald überall im Netz. Seitdem bezeichnet der Streisand-Effekt ebendieses Phänomen: den Versuch, eine unliebsame Information zurückzuhalten, der damit das genaue Gegenteil bewirkt.